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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
Der Entwicklungsplan (Development Scheme) für Palästina
Date
1933-01-01
Page
Seite 17 (sequence 10)
Language
German
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haben die vereinbarten Ratenzahlungen nicht geleistet. Es wäne leicht, mit ihnen zu einem XJebereinkommen zu gelangen, wonach sie einen Teil deß Bodens den Juden verkaufen und — ähnlich wie in der Küstenebene — den Kauferlös zur Intensivierung ihrer Wirtschaft benutzen. Gleichzeitig würde die Regierung hierdurch die ihnen von den jetzigen Eigentümern zu zahlende Abfindung (zirka l1/2 Pfund pro Dunam), welche diese zu zahlen nicht imstande sind, von den jüdischen Käufern erhalten und könnte dieses Geld benützen, um die notwendigen Drainage- und Wasserregulierungsarbeiten vorzunehmen. In Hule ist der Boden ebenfalls Staatseigentum, ist aber auf Grund einer alten türkischen Konzession, welche die englische Verwaltung mit großer Langmut mehrfach verlängert hat, dem Konzessionär zur Ausbeutung überlassnen worden, ohne daß dieser bisher den Boden, der versumpft ist, amelioriert hat. Auch hier könnte ohne große Schwierigkeiten zwischen der Regierung, dem Konzessionär und einer jüdischen Gesellschaft eine Vereinbarung getroffen werden, wonach die Entsnmpfung des Bodens, die schätzungsweise eine halbe Million Pfund kosten soll, mit Hilfe eines- Regierungskredites vorgenommen wird. Die auf dem Boden befindlichen arabischen Pächter sollen dann den zu ihrer Existenz erforderlichen ameliorierten Boden erhalten und der Rest für jüdische Kolonisation verkauft oder langjährig verpachtet werden. Die Regierung würde im Falle des Verkaufs ihre Investitionen von den Juden in relativ kurzer Zeit zurückbekommen. Erfahrungen in der Vergangenheit. Die hier gemachten Vorschläge sind nicht nur reine Theorie, vielmehr gibt es eine Reihe von Fällen, in denen in der hier geschilderten Weise seit einer Reihe von Jahren Bodenverkäufe in der Küstenebene an die Juden erfolgt sind, wobei die Verkäufer den Kauferlös zur Intensivierung ihrer Wirtschaft verwendet haben. Ein nicht unerheblicher Teil der jetzt in arabischen Händen befindlichen Orangenplantagen in der Näfitie der Kolonien Rischon le Zion, Rechowoth, Petach Tikwaji ist mit G e 1 d e r n: gepflanzt worden, die die arabischen Eigentümer für den Verkauf eines Teiles ihres Bodens von den Juden erhalten haben. Die Araber haben dabei ein glänzendes Geschäft gemacht, denn der sandige Boden, den sie zu guten Preisen an die Juden verkauft haben, brachte ihnen früher so gut wie keine Einnahmen, während sie von den mit dem jüdischen Geld gepflanzten Orangen sehr hohe Einkünfte haben. Das ganze Problem ist, rein wirtschaftlich gesehen, eigentlich das Ei des Columbus. Die Araber haben Boden, der ihnen zurzeit sehr wenig einbringt, weil sie nicht das Kapital besitzen, um diesen Boden richtig auszunutzen. Die Juden sind bereit, ihnen durch Kauf eines Teils ihres Bodens das Geld zu liefern, das für die Intensivierung ihrer Wirtschaft notwendig ist. Es kommt nur darauf an, die politische Leidenschaft, welche jetzt von Seiten der Araber solchen Transaktionen entgegensteht, aus dem Wege zu räumen. Wenn sich freilich eine angesehene arabische Zeitung, wie das kürzlich geschehen ist, heftig dagegen wendet, daß die Regierung sich neuerdings um die Auffindung von Wasser bemühe, weil ja dadurch die Möglichkeit gegeben werde, die für eine Fellachenfarm erforderliche Fläche zu verkleinern.

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