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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 13

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
Der Entwicklungsplan (Development Scheme) für Palästina
Date
1933-01-01
Page
Seite 13 (sequence 6)
Language
German
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die arabischen Fellachen 150.000 Pfund. Der Werko ist im Etatsvoranschlag der Regierung mit 240.000 Pfund eingesetzt. Die Juden bezahlten für Werko im Jahre 1930 in den Dörfern 11.600 Pfund, in den Städten 67.600 Pfund, zusammen 79.800 Pfund. Mit Rücksicht darauf, daß die Juden in den Städten seit Jahren ständig neuen Boden erworben und viele Häuser gebaut haben, und daß der Werko in den Städten im Jahre 1931 von 9 auf 15 Prozent erhöht wurde, wird der von ihnen im Jahre 1932/33 zu bezahlende Werko sicherlich 120.000 Pfund erreichen oder sogar tibersteigen. Auf die Araber würden hiernach 120.000 Pfund Werko entfallen. Leider fehlt es uns an Angaben darüber, wie sich diese Summen auf Stadt und Land verteilt. Da aber der Werko für die arabischen Dörfer auf eine sehr alte Schätzung zurückgeht und notorisch weit hinter dem jetzigen Werte des Landes zurückbleibt und da ferner die Häuser der Fellachen in den Dörfern infolge ihres geringen Wertes überhaupt nicht dem Werko unterliegen, so ist es sicher, daß von der Summe von 120.000 Pfund mindestens die Hälfte und wahrscheinlich mehr auf städtischen Grundbesitz entfällt. Die Gesamtsumme, welche die ländliche arabische Bevölkerung für Oscher und Werko im Jahre 1932/33 aufzubringen hat, beträgt also maximal 150.000 Pfund, plus 60.000 Pfund, d. h. 210.000 Pfund. Da es in Palästina zurzeit etwa 100.000 Fellachenfamilien gibt, ist die Belastung pro Familie nur etwa über 2 Pfund. Abgesehen vom Oscher und Werko steuert der Fellache zu den Einnahmen der Regierung nur sehr wenig bei. An den Haupteinnahmen der Regierung, riämlich den 920.000 Pfund aus Zöllen, ist der Fellache sehr wenig beteiligt, da er in seinem Haushalt importierte zollpflichtige Waren nur in winzigem Maße gebraucht. Die Viehsteuer, welche im Budgetvoranschlag der Regierung für 1932/33 mit 42.000 Pfund eingesetzt ist, fällt nicht auf die Fellachen, sondern auf die beduinische Bevölkerung, die dafür von der Zahlung des Oscliers und Werkos befreit ist. Es ist schwer einzusehen, wie eine Steuerbelastung von etwas mehr als 2 Pfund pro Familie der Grund für die schlechte Lage der Feilachen sein kann. Wenn man heute trotzdem noch in vielen Kreisen von der zu hohen Steiierbelastung des Fellachen spricht, so übernimmt man ohne genügende Kritik eine Behauptung, die früher einmal richtig war, für die Gegenwart, wo sie nicht mehr richtig ist. Die Schuldenlast des Fellachen. Viel schwerer als die Steuer drückt auf den Fellachen seine Schuldenlast. Nach dem Berichte von Hope Simpson beträgt die durchschnittliche Verschuldung des Fellachen etwa 30 Pfund und er hat dafür dem Wucherer' Zinsen von 20 bis 30 Prozent, d. h. 6 bis 9 Pfund jährlieh zu zahlen. Davon abgesehen, ist die Verschuldung für deta. Fellachen eine ständige Gefahr, daß sein Boden verkauft wird und in die Hände des Wucherers fällt, der iij vielen Fällen ein in der Nähe wohnender Grundbesitzer ist. French erwähnt in seinem Berichte, daß in einem Subdistrikt im Gebirgslande in den letzten zehn Jahren nicht weniger als 30 Prozent des Bodens aus den Händen der Fellachen in die Hände arabischer Kapitalisten übergegangen sind. Es ist wichtig, hierbei festzustellen, daß die arabischen Kapitalisten diesen Boden nicht etwa an die Juden weiterverkauft haben, da die Juden in den letzten zehn Jahren im Berglande überhaupt keinen Boden gekauft haben, noch dort Boden zu kaufen beabsichtigen.

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