Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Der Entwicklungsplan (Development Scheme) für Palästina
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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daß die Juden niemals bestritten haben, daß die Lage der arabischen Landwirte in Palästina schlecht ist und drinjgenfcl einer Verbesserung bedarf. Sie wenden sich aber gegen die Behauptung der Araber, daß die schlechte Lage der Fellachen auf die jüdische Immigration und Kolonisation oder auf eine zu hohe Besteuerung des Fellachen zurückzuführen ist. Das einzige Buch, das eine objektive Darstellung der Wirtschaft des Fellachen gibt, ist von dem Leiter der Landwirtschaftlichen Versuchsstation der Jewish Agency, Herrn Elazari-Volcani (The Fellah's Farm, Tel-Aviv 1930), verfaßt, was beweist, daß die Juden an der Lagie der Fellachen durchaus nicht teilnahmlos vorbeigehen. Daß die schlechte Lage der Fellachen in Palästina nicht mit der jüdischen Einwanderung und Kolonisation zusammenhängt, ergibt sich schon daraus, daß die Lage der Fellachen in den Nachbarländern Palästinas (Transjordanien, Syrien, Irak), in denen keinerlei jüdische Einwanderung stattfindet, noch schlechter ist als in Palästina. In Transjordanien, in dem bekanntlich die Juden bisher keinen- Fuß gefaßt haben, ist die Lage der Fellachen trostlos. Als jetzt die Rohrleitung für das Petroleum von Mosul nach Haifa durch Transjordanien gelegt wurde, haben sich viele Tausende von Fellachen in Trans jordanien bemüht, bei dieser Arbeit Beschäftigung zu finden, um einen geringen Taglohn zu verdienen. Palästina ist im Vergleich mit den Nachbarländern noch eine Art von Eldorado, das viele Einwanderer aus diesen Ländern (auf legalem und illegalem Wege) an sich zieht. Die großen Steuereinnahmen, welche die Juden an die Regierung zahlen und der große. Zufluß von jüdischem Kapital nach Palästina hat eine große Anzahl von öffentlichen und privaten Arbeitsmöglichkeiten geschaffen: Straßenbau, Häuserbau, Entwässerungs- und Bewässerungsanlagen, Orangenpflanzungen, Hafenbau, bei welchen eine große Anzahl van Arabern und darunter sehr viele Fellachen Beschäftigung gefunden haben. Die jüdische Einwanderung hat also nicht etwa die Lage der arabischen Bevölkerung verschlechtert, sondern i'm Gegenteil, zu ifhrer Besserung beigetragen. Die Steuerbelastung des Fellachen. Die Behauptung, daß der Fellache unter zu großer Steuerlast leide, war richtig in türkischer Zeit, als der Oscher (Zehnte, Tithe) und der Werko (Landtax, Bodensteuer) die Haupteinnahmen der Regierung bildeten und der Oscher iln erpresserischer Weise von Steuerpächtern eingezogen wurde. Aber seit der englischen Okkupation machen Oscher und Werko infolge Anwachsens der anderen Einnahmen der Regierung einen immer geringeren Teil der gesamten RegieruiUgseinnahmen aus, insbesondere infolge des Anwachsens der Einnahmen der Regierung aus Zöllen. Naqh dem Etats Voranschlag der palästinensischen Regierung für das Jahr 1932/33 fließen von den gesamten Einnahmen von 2,364.000 Pfund 920.000 Pfund, ist gleich 39 Prozent, aus Zöllen ein. (Zu dieser Einnahme tragen die Juden, da sie verhältnismäßig viel mehr importierte Waren konsumieren als die Araber, pro Kopf mehr als doppelt soviel bei als die übrige Bevölkerung. Der Oscher figuriert unter den Gesamteinnahmen der Regierung für das Jahr 1932/33 mit 180.000 Pfund, d. h. 8 Prozent der Gesamteinnahmen. Da im Jahre 1930 die Juden 20.000 Pfund Oscher gezahlt haben und da sie infolge der vergrößerten Anr baufläche für Orangen und des Fortschrittes ihrer Siedlungen im Jahre 1932/33 schätzungsweise 30.000 Pfund Oscher bezahlen werden, entfällt auf