Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Der Entwicklungsplan (Development Scheme) für Palästina
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 4)
- Language
- German
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über die Frage, wieviel arabische Pächter seit dem Weltkriege infolge der jüdischen Landkäufe im Esdralon Valley unid in anderen Teilen Palästinas' die Landwirtschaft verlassen haben und existenzlos geworden sind, zwar noch nicht abgeschlossen ißt, bisher aber in jedem Punkte die Angaben der Jewish Agency bestätigt hat. Von den sämtlichen 3173 cläims, die von arabischen Pächtern eingereicht worden sind, wurden 1988 bis November 1932 bereits zurückgewiesen, 472 anerkannt, während bei 713 die Entscheidung noch aussteht. Diese Ziffern beweisen bereits zur Genüge, in welchem Maße die Araber, die vor der Shaw-Kommission auf eine ungeheure Zahl von evakuierten Arabern hingewiesen haben, diese Sache übertrieben haben, um der Kommission die kolonisatorische Tätigkeit der Juden als Gefahr für die Araber erscheinen zu lassen. The French Report. Während der Bericht von Hope Simpson von starker Aktivität zeugt, und die Möglichkeit einer großen landwirtschaftlichen Entwicklung anerkennt, ist für den Frendh Report, soweit er bisher bekannt ist, ein hohes Maß von Skeptizismus charakteristisch. Er ist weniger ein Bericht über Development als ein Plaidoyer gegen Development. French tritt an die landwirtschaftliche Entwicklung Palästinas von dem Standpunkte heran, daß nichts getan werden darf, wobei nicht 100 Prozent Sicherheit für völliges Gelingen gegeben ist. Von diesem Standpunkt aus sieht er die völlige Durchführung der Landesvermessung, Aufteilung der Muschaböden, gesetzgeberische Maßnahmen zwecks Senkung der Bodenpreise, Garantien für eine relativ hohe Verzinsung des investierten Kapitals als notwendige Voraussetzungen jeder landwirtschaftlichen Development-Tätigkeit an. Wenn man diesen Grundsatz der lOOprozentigen rechtlichen und wirtschaftlichen Sicherheit anwendet, kann man heute weder iln Palästina noch sonst in der Welt in irgendeinem wirtschaftlichen Zweige eine Tätigkeit beginnen. Wirtschaftliche Unternehmungen auf lange Sicht sind ohne ein gewisses Risiko nicht denkbar. Das einzige, was vernünftigerweise verlangt werden kann, ist, daß das Risiko in einem angemessenen Verhältnis zu den Chancen des Erfolges stehe. Während French die eigentliche Development-Tätigkeit auf eine ferne Zukunft verschiebt, verlangt er, daß schon jetzt Gesetze erlassen werden, welche den Verkauf von Boden im freien Verkehr verbieten. Er will dem Verkauf von Boden einen Riegel vorschieben, damit nicht etwa ein Boden, der in zehn Jahren einmal für Development in Frage kommt, dieser Bestimmung entzogen wird. Es isS verständlich, daß sowohl Juden wie Araber gegen einen solchen bürokratischen Eingriff in die freie Verfügung über den Boden sich gewehrt haben. Die Ursachen der schlechten Lage der Fellachen in Palästina. Im Gegensatz zu den Berichten von Hope Simpson und von French, hat die Exekutive der Jewish Agency in ihrem anfangs erwähnten Memorandum vom Jahre 1930 die Ansicht vertreten, daß es in Palästina noch Platz für eine sehr große Zahl von jüdischen Landwirten gibt — eipe viel größere, als» Hope Simpson annimmt — und daß diese Landwirte angesiedelt werden können, ohne daß dadurch die arabischen Landwirte, mögen sie Eigentümer oder Pächter sein, von ihrem Boden verdrängt zu Wörden brauchen. Bevor wir diesen Vorschlag im einzelnen darstellen, sei darauf hingewiesen,