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Palästina · 1933-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1933) · p. Seite 10

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1933)
Article
Der Entwicklungsplan (Development Scheme) für Palästina
Date
1933-01-01
Page
Seite 10 (sequence 3)
Language
German
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of Agriculturists in Palestine and the Fiscal Measures of Government in Relation thereto, Jerusalem. 1930.) Diese Kommission hatte Fragebogen an 104 Dörfer in Palästina versandt und aus den Antworten entnommen, daß 29,4 Prozent der Bewohner dieser Dörfer kein eigenes Land besaßen. Aus dieser Feststellung der Eigentums Verhältnisse zog Hope Simpson den falschen Schluss, daß 29,4 Prozent der Bewohner überhaupt ohne Land für landwirtschaftliche Bearbeitung seien. In Wirklichkeit war dies eine kaum verständliche Mißinterpretation, denn in dem Berichte der Johnson Kommission war ausdrücklich angegeben, daß in diesen Dörfern ein Drittel des Bodens Eigentümern gehörten, die nicht in den 104 Dörfern wohnten. Es war ohne werters klar, daß die 29,4 Prozent „landlosen" Araber eben, diesen Boden als Pächter bearbeiteten, also zwar vom Standpunkt des Eigentums aus landlos waren, aber vom Standpunkt des Besitzes und der Bearbeitung ebensoviel Boden zur Verfügung hatten, wie die anderen Einwohner dieser Dörfer. (In anderen Ländern ist der Prozentsatz der Pacht betriebe unter den landwirtschaftlichen Betrieben viel größer als 29,4 Prozent, er beträgt in England über 80 Prozent, in den Vereinigten Staaten etwa 40 Prozent.) Aus diesen drei Faktoren: Einfluß des Shaw- Berichtes, unrichtige Abschätzung der Bo'deniläche Palästinas, Mißinterpretation des Johnson-Berichtes, ist zu erklären, daß Hope Simpson in seinem Berichte zu dem Schlüsse kam, daß in Palästina kein freier Boden mehr vorhanden sei. Zwar fügte er hinzu, daß bei besserer Ausnützung des Bodens sich vielleicht doch noch für 20.000 neue Landwirte Platz finden ließe, aber der Gesamteindruck seines Berichtes war der, daß das Problem der landlosen Araber in Palästina ein sehr akutes und schwieriges sei. Die Zweideutigkeit des Wortes „landless", das sowohl „ohne eigenen Boden" wie ,,ohne Boden überhaupt für landwirtschaftliche Bearbeitung" bedeuten kann, wirkt sich in dem Berichte von Hope Simpson in überlster und ungerechter Form zu Ungunsten der Juden aus. *) Lord Passfield's White Paper. Während immerhin in dem Berichte von Hope Simpson das Bestreben nach Objektivität zu erkennen ist und man in der Eile, mit der er seine Beobachtungen in Palästina machen und seinen Bericht schreiben mußte, vielleicht eine Entschuldigung dafür finden kann, daß er groben Irrtümern zum Opfer fiel, ist das White Paper, das Lortö Passfield auf Grundlage des Hope Simpson-Berichtes schrieb, durchaus von Voreingenommenheit gegen die Juden erfüllt. Wo Hope Simpson sich bemüht, das für und wider abzuwägen, wählt das White Paper aus seinem Berichte fast durchwegs die für die Juden ungünstige Alternative. Ein krasses Beispiel dafür ist, daß es den von der Exekutive der Jewish Agency geführten Nachweis, daß von den gesamten 683 arabischen Pächtern des von den Juden im Esdralon Valley gekauften Bodens 526 anderweitig Pachtboden gefunden haben, einfach als lialsch bezeichnet, obwohl ihm jede Grundlage für eine solche Kritik fehlte. Es sef gleich an dieser Stelle bemerkt, daß die späterhin im Anschluß an die Entsendung von French durch einen englischen Richter eingeleitete Untersuchung *) Eine mit Ziffern belegte Kritik des Hope Simpson-Berichtes findet sich in der von der Jewish Agency herausgegebenen Broschüre: „The Statistical Bases of Sir John Hope Simpson's Report" (London, May 1931).

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