Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Probleme des Unterrichtes in Palästina
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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dieses urjüdische Grundgefühl fast immer. Man frr.gt gerade nicht, warum und wozu man Jude ist, sondern man geht vom Judeseijn als einer selbstverständlichen und selbstgenügsamen Natursache aus. Was nun das engere Gebiet des eigentlich Traditionellen anlangt, das potentiell sicher die Kraft hätte, jene allgemein religiöse und spezifisch jüdische Haltung immer wieder aufzurufen, so muß die heutige Empirie als dieser Möglichkeit beinahe entgegengesetzt bezeichnet werden. Wenn ich wieder eine persönliche Erfahrung erwähnen darf: einen nicht gesuchten, aber faktischen Einfluß meiner persönlich traditionellen Haltung konnte ich bisher im wesentlichen nur bei solchen Schülern beobachten, die politisch zugleich zum Revisionismus neigen. Hier vollzieht sich eine vorschnelle Amalgamierung zwischen den an der Oberfläche liegenden partikularistischen und einer chauvinistischen Deutung fähigen Schichten der Thora einerseits und dem Vulgärnationalismus anderseits, während ihr tiefster menschlicher und menschheitlicher Herzton noch unhörbar bleibt, freilich auch auf dem Umweg dieser direkten Annäherung einmal erlauscht werden mag. IV. Ergebnisse und Ausblicke. Die letzten Darlegungen haben uns den Zusammenhang mit den Problemen des Unterrichtes zwar nicht verlieren lassen, uns aber doch weit ins Erzieherische und Weltanschauliche hineingeführt. Die hier nicht ausdrücklich erörterten Unterrichtsfragen, die der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer einerseits, des Arabischen und der europäischen Fremdsprachen andererseits, stehen zu dem gesamten, hier nur andeutbaren '83'stem von Prinzipien in mehr oder minder direktem Bezug. Es ließe sich eine Schule der Zukunft denken, die aus den hier geschilderten Gefahren und Schwierigkeiten ihren Weg in folgender Richtung sucht: Die naturwissenschaftlichen Fächer werden um das Zentrum der palästinensischen Landeskunde herumgelagert; Geschichte mit Gegenwartskunde und palästinensischer -Staatsbürgerkunde abgeschlossen; Arabisch als lebende Umgangssprache (also nicht als Schrift- und Literatursprache) gelehrt; Englisch als einzige europäische Fremdsprache zum Fenster nach Europa ausgebaut, und all dies um einen 'jüdischen Humanismus herumgeordnet, der, bewußt und undogmatisch und unorthodox, wenn auch eben so bewußt traditionell den Talmud und die Welt des jüdischen Mittel-