Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1933)
- Article
- Probleme des Unterrichtes in Palästina
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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alters wieder in ihren natürlichen Rang hebt und dadurch auch der Sprache ihr Gewicht, der Literatur ihren Inhalt zurückgibt. Die Durchführung eines solchen Planes, der in klarer Beschränkung auf wenige Hauptpunkte und mit Hilfe der modernsten Methoden der Rationalisierung des Lehrens und Lernens, Zeit und Kraft für gleichzeitige handwerkliche Ausbildung oder landwirtschaftliche Ferienarbeit lassen müßte, mag utopisch anmuten unH liegt gewiß noch in weiter Zukunft. Seine selbst schrittweise Verwirklichung aber könnte berufen sein, über das Gesicht des neuen jüdischen Palästinas mitzuentscheiden. Der Entwicklungsplan (Development Scheine) für Palästina* Von Dr. Arthur Ruppin, Jerusalem. Der Rücktritt von Mr. Louis French von seinem Posten als Director of Development for Palestine läßt von neuem die Frage auftauchen, was für die Entwicklung von Palästiina geschehen soll. Es wird vielfach die Ansicht geäußert, daß Juden und Araber, wenn sie den French-Bericht ablehnen, selbst mit konstruktiven Vorschlägen für die ökonomische Entwicklung von Palästina heraustreten müßten. Das gelte insbesondere für die Juden, da sie über mehr kolonisatorische Erfahrung verfügten als die Araber. Nun haben die Juden solche konkrete Vorschläge bereits gemächt. Als im Jahre 1930 Sir John Hope Simpson nach Palästina kam, wurde ihm von der Exekutive der Jewish Agency ein Memorandum über die ökonomische Entwicklung Palästinas überreicht, das unter dem Titel „Palestine, Land Settlement, Urban Development and Immigration", Im Jahre 1930 durch die Jewish Agency in London als Broschüre herausgegeben wurde. Es ist bedauerlich, daß diese Broschüre anscheinend in vielen interessierten Kreisen unbekannt geblieben ist. Die Vorschläge in dem jüdischen Memorandum unterscheiden sich dadurch grundsätzlich von den Berichten von Hope Simpson und French, daß sie die Hebung der arabischen Fellachen und die Förderung der jüdischen Kolonisation njcht getrennt voneinander, sondern in ihrem gegenseitigen Zusammenwirken behandeln. Sie zeigen, daß die Entwicklung der Fellachenwirtschaft für sich allein aus Mangel an einer Kreditbasis ungeheuer schwierig oder unmöglich ist, daß sie aber gerade im Zusammenhang mit der jüdischen Kolonisation in vielen Teilen Palästinas verhältnismäßig schnell und leicht verwirklicht werden kann. Zunächst ein paar Worte zur Vorgeschichte des Development Scheme. The Shaw Commission. Die Shaw-Kommission, die bekanntlich nach den blutigen Unruhen vom August 1929 nach Palästina geschickt wurde, hat als erste den Faden auf-