Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- Konjunktur und Keren Kajemeth
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 409 (sequence 4)
- Language
- German
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meint, die zionistische Organisation hätte neben dem KKL. eine zentrale Bodenkaufsgesellsehaft mit reichlichen Mitteln gründen sollen, die jederzeit in der Lage hätte sein müssen, Reflektanten auf Boden solchen zu billigen Bedingungen anzubieten, so urgiert er damit nur die Aiupführuujg eines Beschlusses^ der schon in London 1920 gefaßt wurzle. *) Diese Gesellschaft zu schaffen, war bis heute leider nicht möglich, aber nicht aus Schuld der Leitung, sonäern wegen der Hindernisse, die der Kapitalbeschaffung für offizielle ujn3 halboffizielle Palästina-Institute entgegenstehen. Sie sind vor allem darin gelegen, daß es noch immer keinen Markt für Palästina-Werte gibt. So ist z. B. auch der Absatz von so sicheren Papieren, wie der Dollar-Pfanfdbriefe der Allgemeinen Hypothekenbank, sehr gering. Jedesfalls: Jenes zentrale Bodenkaufsinstitut existiert heute noch nHcht. Die Stadtgemeinde Tel-Aviv, die ja die geeignete Stelle wäre, um selbst die Bodenpolitik zu führen, vor allem durch Ankauf von großen Terrains in der nächsten Umgebung der Stadt, hat derzeit dazu nicht die Mittel. Wjenn also städtische Bodenpolitik getrieben werden soll, ist derzeit nur der KKL. dazu befähigt. Dies leider nur virtuell, denn auch ihm fehlen! heute die Mittel dazu. Smilansky weist darauf hin, daß Tel-Aviv durch das Privatkapital erbaut wurde, und der KKL. durch sein kleines Darlehen bei Gründung und durch den Kauf des Bodens für% das Nordviertel nur verschwindend wenig dazu beigetragen hatte. Sehr richtig! Aber das war eben ein Fehler des KK. Hätte er bei Gründung und nach dem Kriege, wo er genügend Mittel besessen hatte, selbst große Flächen, die damals billig zu haben waren, für TeL-Äviv gekauft, so hätte das Privatkapital auf diesem ihm zu billigen Bedingungen verpachteten Boden eine noch viel größere Stadt aufbauen können, die sozialen Verhältnisse wären gesündere geworden, die Spekulationskrise hätte nicht diesen Umfang annehmen können und infolge dessen wäre der jüdische Jischuw heute viel größer, als er tatsächlich ist. Aus Fehlern muß man lernen, man darf sie aber nicht wiederholen. Im Fa'lle Haifa ist jener Fehler gutgemacht worden. Gewiß sind dort Schwierigkeiten besonderer Art für den KKL. eingetreten, da dieser Boden zum allergrößten Teil noch nicht besiedlungsreif ist und Ameliorationen braucht. Wenn Smilansky meint, das Privatkapital hätte diese schneller ausgeführt als der KKL., so steht das in Widerspruch mit der Ge-. schichte der privaten Gesellschaften, die schließlich nach jahrelangen Schwierigkeiten mit den Käufern von Parzellen und mit der Geldbeschaffung für Kaufshypotheken an die nationalen Fonds appellieren mußten, die nsur mit größter Anspannung ihrer Mittel und mit Verpflichtungen für Jahre hinaus die Böden in jüdischem Besitz erhalten konnten. Es sei zugegeben, daß es den Fonds infolge ihrer organisatorischen Stellung schwerer ist, eine Erschließungsinitiative zu entfalten, als privaten Unternehmern. In diesen Blättern sind schon wiederholt Vorschläge für eine aktive Haifabay-Politik gemacht (siehe z. B. den Artikel von Ing. Löwy in Nr. 8/9) und von anderen berichtet worden, wie z. B. über jenen von Heinrich Margulie's (Nr. 8/9, S. 306), der gerade darüber Klage führt, daß die privaten Gesellschaften sich nicht dazu aufraffen können, sich zu vereinigen und einen Generalerschließungsplän der ihnen noch gehörigen Flächen im Verein mit dem KKL. aufzustellen. *) Siehe darüber und über alle einschlägigen theoretischen Fragen das Buch von Dr. A. Granovsky: „Probleme der Bodenpolitik", Berlin 1925, sqwie des Verfassers: „Der Keren Käjemeth", IV. Auflage, Jerusalem 1932.