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Palästina · 1932-12-01 · Heft 12 (Dezember 1932) · p. Seite 408

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 12 (Dezember 1932)
Article
Konjunktur und Keren Kajemeth
Date
1932-12-01
Page
Seite 408 (sequence 3)
Language
German
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erste, schon genannte, ist die Aufklärung derjenigen, die ihr Geld investieren, daß sie gegen ihr eigenes Interesse handeln, weftm sie Boden zu Phantasiepreisen kaufen. Die Exekutive der Jewish Agency wäre verpflichtet, in aller Öffentlichkeit, so daß es jedermann hören und lesen kann, diese Aufklärungsarbeit mit gehörigem Nachdruck zu leisten. Der zweite Weg ist die Stärkung des Keren Kajemeth, der allein heute imstande ist, in Stadt und Land Bodenreserven zu erwerben und sie nach ge?- sünden Prinzipien zur Verwertung zu bringen. Wenn auch die Spendeneingänge infolge der heutigen Situation bei aller Anstrengung der Sammler kaum sehr beträchtlich gehoben werden können, so gibt es auch andere Wege, dem KKL. Mittel zuzuführen, z. B. den der Anleihe. Der KKL. hat auf diesem Wege in den letzten Jahren schon größere Mittel erhalten, er ist ein absolut „guter" und sicherer Schuldner. Auch die Devisenvorschriften sind kein Hindernis. So hat erst kürzlich die Prager Regierung bewilligt, daß die Valuta für eine Anleihe für den Keren Hajessod durah Verrechnung nach Palästina überwiesen wird. Die Führung einer städtischen Bodenpolitik durch den KKL. war bekanntlich lange umstritten. Ihre Notwendigkeit ist schon während des Krieges, namentlich von Nehemia de Lieme, erkannt und wirksam vertreten worden, so daß in die „Londoner Thesen", die auf der zionistischen Jahreskonferenz voii 1920 angenommen worden sind, dieses Prinzip mitaufgenommen wurele. Die Keren Kajemeth-Leitung hat nach langem Zögern 1928 durch den Kauf der Haifa'bay-Ländereien den ersten bedeutsamen Schritt in dieser Richtung getan,, dem weitere folgten. Da dieser Kauf auch schon aus dem Girunide nötig geworden war, weil die jüdischen Privatgesellschaften, die ihn entriert hatten, die Transaktion finanziell nicht durchhalten konnten und Gefafhr bestanjd, daß diese äußerst wichtigen Terrains wieder in nichtjüdische Hände zurückfielen, wurde er von der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit als eine bedeutende Tat des KKL. anerk kannt. Um so erstaunlicher ist es, daß Mopes Smilansky, der Führer der Pflanzer und berühmte Schriftsteller, im „Boustn'äi", Nr. 29, gerade jetzt, zur Zeit der stärksten Preistreibereien mit städtischen Böden, gegen diesen, Kauf und gegen jede städtische Bodenpolitik des KKL. überhaupt Stellung nimmt. Smilansky vertritt den alten Standpunkt der Chowewe Zion, daß der KKL. nur ländlichen Boden zu kaufen habe ulrtd daß alle Mittel, die er in städtische Böden steckt, diesem wichtigen Zwecke entzogen werden würden. Diese These, daß man den Kauf städtischer Terrains dem Privatkapital überlassen müsse, ist schon langje in der ' Literatur und in den innerzionistischen Kämpfen so vollkommen widerlegt worden, daß es sich erübrigt, darauf noch näher einzugehen. Der Hauptstrom der Einwanderer richtet sich nach den Städten, in denen heute drei Viertel des jüdischen Jischuws wohnt. Welche phantastische Auswüchse die städtische Bodenspekulation 1925 gezeitigt hat, wurde schon erwähnt, sie war eine der Hauptursachen der damals eingetretenen Krise, die durch viele Jahre ein Heer von vielen tauseinjden jüdischen Arbeitslosen (Mai 1927: 8.300 oder 25 Prozent der damaligen Arbeiterzahl) und ein dreijähriges Aufhören der Einwanderu?n|g (refsp. des Ueberschusses! der Einüber die Auswanderung) nach sich zog. Der Keren Hajessod allein hatte nicht weniger als 110.000 Pfund an Arbeitslosenunterstützung aufger wendet, dazu kamen noch die Beiträge anderer Institutionen. Wenn Smilansky)

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