Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1932)
- Article
- Konjunktur und Keren Kajemeth
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 410 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Tatsache, daß dem KKL. ein großer Teil des Bodens gehört, ist kein Hindernis für die private Initiative. Auf Grund von Leasehold (Pachtverhältnis) ist ein großer Teil der englischen Städte gebaut worden und in Palästina haben wir schon eine Anzähl von städtischen Vierteln, die auf KKL.-Boden errichtet worden sind. Ueber solche elementare Dinge sollte man heute, nach 31 Jahren KKL., wohl nicht mehr diskutieren. In der letzten Zeit ist infolge des großen Aufschwungs der privaten Wirtschaft die Bedeutung der Fonds in den Hintergrund gerückt worden, um so mehr sie gerade jetzt infolge der Weltkrise schwer zu kämpfen haben. Man vergißt, daß die Grundlage für, die heutige Entwicklung durch die Arbeit der Fonds geschaffen worden ist, man will nicht sehen, daß ihre Bedeutung auch heute in ihrer Funktion, nicht in einer zahlenmäßigen Konkurrenz mit dem Privatkapital beruht. (Für den Keren Hajessod hat das kürzlich Generalsekretär Leo Hermann in der „Jüdischen Rundschau" ausgeführt. Siehe „Nachrichten und Daten".) Der KKL. hat eine besondere Rolle im Aufbauwerk zu spielen. Würde er genügende Mittel erhalten, so würde das noch viel deutlicher zu Tage treten, als bisher. Ueber seine Aufgabe in bezug auf die landwirtschaftliche Kolonisation ist glücklicherweise heute allgemein Klarheit und Uebereinstimmung vorhanden. Nicht so steht es, wie der erwähnte Aufsatz Smilansky zeigt, mit seiner Funktion in bezug auf städtische Bodenpolitik. In zehn Jahren, wenn die Haifabay-Ländereien schon besiedelt sein werden, wird vielleicht allen klar werden, was der KKL. diesbezüglich geleistet hat. Ebenso deutlich ist aber heute, ebenso wie es 1925 namentlich in Tel-Aviv der Fall war, wie schädlich das private Bodenmonopol besonders in solchen Städten ist, die aus irgendwelchen Gründen eine rasche Ausdehnung erfahren. Smilansky selbst hat in einer anderen Nummer seiner Zeitschrift (Nr. 28) die furchtbaren Auswirkungen der Bodenspekulation in Tel-Aviv beklagt. Hier kann die zentrale Bodeneinkaufsgesellschaft, deren Schatten er beschwört, nicht eingreifen, weil sie nicht existiert. Nur der KKL. wäre heute dazu befähigt. Nachrichten und Daten am ÄeXr i932 POLITIK. Der neue Unterstaatssekretär der Kolonien. Als solcher wurde bei der Umbildung des Kabinetts Macdonald an Stelle von Sir Robert Hamilton (liberal) Lord Plymouth (konservativ) ernannt. Der Gesetzgebende Rat. Wie unter Rubrik;„Jewish Agency" mitgeteilt, hat der Oberkommissär vor der Mandatskommission .geäußert, daß die Regierung bestrebt ist, einen gewählten Legislative Council mit Zustimmung beider Bevölkerungsteile zu schaffen. Ueber diese Frage fand audh im Unterhaus, am 16. November, eine Debatte statt, in der auf verschiedene Anfragen Sir Philip Cunliffe-Lister nochmals versichert^, daß -die Bestimmungen des Mandates vollkommen aufrechterhalten wenden würden. Die jüdischen Blätter in Palästina sprechen sich einstimmig gegen fdie Schaffung des Rates aus,