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Palästina · 1932-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1932) · p. Seite 361

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1932)
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1932-10-01
Page
Seite 361 (sequence 3)
Language
German
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ließe, nicht die populäre Linie' des (geringsten Widerstandes haarscharf einhielte, sondern auch etwaigen künftigen Schäden vorbeugen würde und die Entwicklung der Dinge in die Hand zu bekommen suchte, damit nicht ähnliche Erscheinungen eintreten, wie in dem fatalen Jahr 1925. lieber die Pläne der JA. in dieser Richtung ist aus den Berichten über die AC.-Sitzung wenig zu entnehmen. Die eigene Wirtschaft der JA. leidet noch immer an den Folgen des Krachs von 1925, denn durch die Arbeitslosenunterstützungen und die Sanierung notleidend gewordener Privatgesellschaften (z. B. der Bodengesellschaften), hat sich die JA. so verschuldet, daß fast der Hauptteil des (infolge der Wirtschaftsdepression der Welt, bes. der USA. zusammengeschmolzenen) Keren Hajessod-Budgets dem Schuldendienst gewidmet sein muß. Die Budgetierung ist, da die Kassen leer sind, nicht mehr so heiß umkämpft wie in früheren Jahren, aber trotzdem hat auch diesmal die Sitzung ein um 30.000 Pfund höheres Budget beschlossen, als der zuständige Referent der Exekutive verantworten zu können glaubte, was — wie schon oben erwähnt — dessen Rücktritt als Treasurer zur Folge hatte. Das angenommene Budget beziffert sich nunmehr auf 306.000 Pfund. (Siehe „Nachrichten und Daten".) Der politische Bericht der Exekutive war diesmal etwas rosiger gefärbt als in den letzten Jahren. Man kann wohl die herrschende Auffassung dahin charakterisieren, daß wir uns in der Periode der Liquidierung der Passfield-Politijk befinden. Die zwei wichtigsten Ankündigungen des Passfield-Weißbuches vom Oktober 1930, die von der zionistischen Welt fast einmütig als schwere feindliche Akte gegen das Jüdische Nationalheim empfunden wurden, sind nicht realisiert worden: die Beschränkung des freien Bodenverkaufes und die Errichtung eines aus Vertretern der Landesbevölkerung bestehenden gesetzgebenden Rates („Legislative Councils"). Das erstere wurde schon durch den Macdonald-Brief vom 13. Februar 1931 modifiziert und das noch von Lord Passfield vorbereitete Bodengqsetz, das im September 1931 trotz des Widerstandes der JA. in Kraft gesetzt werden sollte, unterblieb infolge des Regierungswechsels in England, bei welchem Lord Passfield sein Amt verließ. Die Einführung des Gesetzgebenden Rates blieb zwar durch den Macdonald-Brief unberührt, aber in der Praxis würde der Plan zunächst begraben. Der neue Kolonialminister Sir Philipp Cunliffe-Lister steht dem Zionismus neutral gegenüber, und der neue High Commissionar, Sir Arthur Wauchope, wurde auf der Sitzung nach seiner bisherigen Tätigkeit als verständnisvoller Freund der Idee des jüdischen Nationalheims bezeichnet. Es scheint sich jedoch hier nicht um zufällige persönliche Sympathien zu handeln, sondern um eine wohlerwogene Politik, denn Sir Arthur ist mit speziellen geheimen Instruktionen Macdonalds nach Palästina gegangen, offenbar also mit der Aufgabe, die bestehenden Verstimmungen wegzuräumen. So ist denn auch den Wünschen der JA. in der letzten Zeit mehr entgegengekommen worden, als unter Wauchope's Vorgänger Chancellor. Sowohl auf dem Gebiet der Immigration, als auch dem der Beteiligung von Juden an öffentlichen Arbeiten wurden die Wünsche der JA. berücksichtigt und es heißt auch, daß die alte jüdische Forderung nach stärkerer Subventionierung des jüdischen Erziehungsufnd Gesundheitsdienstes Aussicht auf einen gewissen Erfolg hat. Die Beziehungen zwischen der Administration und der JA. sind freundlicher geworden und obwohl noch lange nicht alle Postu-

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