Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Der Stand der arabisch-jüdischen Frage
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 357 (sequence 3)
- Language
- German
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- Tunis 1× ep/1048155
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bischen Föderation, die Vereinigung Syriens unfd des Irak u. a. zu rechnen hatten. Die Rivalität der arabischen Herrscher, die Konkurrenz der verschiedenen Großfamilien, das Zwischenspiel Englands usw. bieten noch für lange Zeit hinaus den diplomatischen Künsten der arabisch-englischen Politiker Material genug. Aber es ist klar, daß eine Verlagerung des politischen Schwergewichtes eines so riesigen Gebietes nach Jerusalem der politischen Lage in diesem Lande angesichts der, unter arabischem Gesichtspunkt gesehen, besonders „bedrohlichen" zionistischen Pläne einen besonderen Aspekt gibt. Deuten doch die Ereignisse in Aden und Tunis klar darauf hin, wie unmittelbar und wie folgenschwer die in Jerusalem genährten Bewegungen in andere mohammedanische Zentren ausstrahlen. Aus dem Gefühl heraus, daß die gesamte mohammedanische Welt sich jederzeit um die Araber Palästinas und ihre politischen Forderungen scharen wird und dann im Ernstfall mühelos alle wirtschaftlichen und wirtschaitspolitischen Fragen des Landes lösen können wixfd, ist allein auch die Haltung der arabischen Führung zum French-Report zu verstehen. Die Parole der Non-Cooperaration allein reicht hier, wo es um die wichtigsten Interessen des Lahdes geht, nicht voll zur Erklärung aus. Mr. French, der aus seiner indischen Ei> fahrung mit den Problemen der Siedlung, Landpacht und Bodenkapazität besonders vertraut war, hat in seinem Bericht als wichtigsten Punkt den verstärkten Schutz des Fellachen und seines Bodens gefordert. Er hat, wie schon die Shaw-Kommission, darauf hingewiesen, daß die Regierung in der Vergangenheit das Bodenproblem völlig vernachlässigt habe und jetzt schleunigst eine planmäßige Bauernschutz- und Bodenpolitik einleiten müsse. Erst nachdem diese Postulate befriedigt seien, könne an eine Berücksichtigung jüdischer; Kolonisationswünsche durch die Regierung gedacht werden. Ein Bericht mit* einem solchen Tenor hätte für die Araber zweifellos einen plausiblen Ausgangspunkt weiterer Verhandlungen bilden können. Trotzdem ist der French»- Report, so viel bis jetzt bekannt ist, in toto abgelehnt worden und damit, wenn auch unter anderer Motivierung, das Prinzip der Non-Cooperation auch hier, gegenüber dem wichtigsten wirtschaftspolitischen Problem des Landes, durchgeführt worden. Die englische Regierung hat somit eine leichte Stellung: Eine Absage von arabivscher und eine bedingte Absage von jüdischer Seite. Denn auf der letzten Sitzung des Aktionskomitees (siehe die folgende Rundschau) hat man im French-Bericht in bedauerlicher Verkennung der Bedeutung der Bodenfrage nur «ein antizionistisclies Dokument sehen wollen, und sich vor einer radikalen Verwerfung des Berichtes schließlich nur mit Mühe zu einer verklausulierten Ablehnung bewegen lassen. Es ist damit unseres Erachtens wieder eine Gelegenheit verpaßt worden, offen; und vor aller Welt die zionistischen Absichten und Forderurigen als durchaus •vereinbar mit denen einer gesunden Bauernschutzgesetzgebung, wie sie auch das zionistische Gewissen fordern muß, darzulegen. Man hätte eine Gelegenheit gehabt, den Arabern zu zeigen, daß man von dem ungewöhnlichen Aufschwung den die jüdisch besiedelten Teile des Landes dank der Initiative und Tatkraft der jüdischen Einwanderer zeigen, auch das Nachbarvolk, das unter ungleich schwierigen Bedingungen,, zum großen Teil sogar in tiefem Elend lebt, profitieren lassen will. Eis hätte zweifellos Möglichkeiten gegeben, die jüdischen Absichten in geeigneter Form zu demonstrieren, hätte man z. B. trotz aller Ablehnung politischer Zusammenarbeit vorschlagen können, gemeinsame Er-