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Palästina · 1932-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1932) · p. Seite 351

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1932)
Article
Die Einnahmen der Fellachen
Date
1932-10-01
Page
Seite 351 (sequence 4)
Language
German
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Die Untersuchung umfaßte keine Dörfer in der Pflanzungszone, wo ein großer Teil der Bevölkerung in den Orangengärten beschäftigt ist oder selbst solche besitzt. Da alle Einkommen aus Zitruskulturen in dem Johnson-Crosbie-Bericht ausgenommen wurden, so hätte die Bevölkerung, die in diesen Gegenden beschäftigt ist, auch aus der Umrechnung auf die Gesamtzahl ausgenommen werden sollen, was das Totaleinkommen nach Johnson-Crosbie erniedrigen und unserer Schätzung angleichen würde. Ferner war die Kommission auf Daten für ein Jahr basiert, indessen unsere auf einen Durchschnitt von sieben Jahren beruht. Unsere Schätzung zog schließlich bis zu einem gewissen Grp.de den Rreisfall in Rechnung, welcher nach der Untersuchung Johnson-Crosbie stattfand. Das verursacht eine wichtige Differenz. Nicht weniger wichtig als der Umfang ist die Verteilung des Einkommens der Fellachen. Das Bruttoeinkommen zeugt für die technische Rückständigkeit der fellachischen Landwirtschaft. Um aber die hier wirksamen sozial-ökonomischen Faktoren richtig zu schätzen, muß das Nettoeinkommen und seine Verteilung zwischen Bauer, Geldverleiher, Grundbesitzer und Regierung geprüft werden. Die Johnson-Crosbie schätzte die durchschnittlichen Kosten der Produktion auf 43 Prozent des Feldfruchtertrages, d. h. 727.000 Pfund. Das Nettoeinkommen der Fellachenklasse würde daher 2,126.000 Pfund betragen. Wenn wir diese Ziffer annehmen, so müssen einige Vorbehalte gemacht werden. Es ist wichtig, daran zu erinnern, daß sie nicht das Gesamteinkommen der ganzen ländlichen Klasse darstellt, sondern nur jenes Teiles, der vom Ackerbau lebt. Wie überall in der Welt, so umfaßt die ländliche Bevölkerung Palästinas auch eine beträchtliche Anzahl von Nichtj-Landwirten, ferner ergänzen auch jene Teile der Bevölkerung, die von der Landwirtschaft leben, ihre Einkommen aus anderen Quellen und dieses zusätzliche Einkommien gewinnt verhältnismäßig an Bedeutung, mit dem Verfall des extensiven Ackerbaues. Es muß auch wiederholt werden, daß jene Ziffer des Netto-Einkommens den Teil der Bevölkerung nicht einschließt, die in Zitruspflanzungen arbeitet, deren Lage weit von der der Hauptmasse der Fellachen abweicht. Drei Faktoren haben einen Anspruch an dem Netto-Einkommen des Fellachen: Die Landbesitzer, die Geldverleiher und die Regierung. Es wird geschätzt, daß 32 Prozent der Fläche, die von Fellachen bebaut wird, gepachtet ist und daher von einem Bruttoeinkommen von 540.000 Pfund (32 Prozent der ganzen Ernte vom Ackerbau) gezahlt wird. Der gewöhnliche Pachtzins ist 30 Prozent des Bruttoeinkommens, das sind also 162.000 Pfund per Jahr. Dies bedeutet einen wahren Aderlaß. Wenn es auch nfur einen Teil der Bauern — die Pächter — betrifft, so lastet dieser Abzug gerade auf dieser Schichte, welche die ärmste ist, am drückendsten. Es besteht überdies noch die Gefahr, daß ein großer Teil der jetzt noch unabhängigen Bauern in che Pächterklasse getrieben werden wird, infolge Verarmung wegen mehrerer Trockenjahre, der Schuldenlast und des Pfandverfalles. Ferner: Die Schuldzinsen sind die schwerste Bürde für den Fellachen. Da die Gesamtschuld auf 2 Millionen Pfund geschätzt wird, so machen sie bei 30 Prozent jährlich 600.000 Pfund aus. Die Steuern (Werko, Oscher, Viehsteuern) betrugen 10.2 Prozent des Brutto-

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