Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Die Einnahmen der Fellachen
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 352 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Einkommens oder 291.000 Pfund. Die Steuerlast ist eine beträchtliche Bürde für den Fellachen in Anbetracht seiner Läge, Daraus ergibt sich, daß das Einkommen der Fellachen wie folgt verteilt wird: Pachtzins 162.000 Pfund Schuldzinsen 600.000 „ Steuern 291.000 „ Daher bleiben dem Fellachen kaum mehr als 50 Prozent und es ist ersichtlich, daß die Schuldzinsen bei weitem die größte Belastung darstellen, sie machen mehr aus als Pachtzins und Steuern zusammengenommen. Das was dem Fellachen verbleibt, ist wenig genug, um Leib und Seele zusammenzuhalten. Es gibt auch eine andere Seite dejr Frage: Die primitive, beinahe selbsterhaltende Wirtschaft der Fellachenfarm verringert seine Empfänglichkeit fün äußere Einflüsse und verleiht ihm eine gewisse Widerstandskraft gegen den Druck der landwirtschaftlichen Krise. Darüber findet sich im Johns on-Crosbie- Bericht eine interessante Bemerkung: „Wir glauben, daß es als sicher angenommen werden kann, daß, mit wenigen Ausnahmen, jedes Dorf seinen eigenen Unterhalt liefern kann, selbst wenn der Lebensstandard ein wenig unter den! von uns angenommenen, fallen sollte. Der Bauer ist oft — fast immer — knapp an barem Gelde, aber es gibt keinen Anhaltspunkt, daß er und seine Familie je der genügenden Nahrung für ihren Unterhalt entbehrten." Obgleich die Ziffern, zu denen wir gelangt sind, nicht auf absolute Genauigp keit Anspruch machen, so erweisen sie die besondere Wichtigkeit der Verteilung des Einkommens der Fellachenklasse. Lasten, welche 50 Prozent des Nettoeinkommen aufzehren, genügen für sich allein, um den Zustand der fellachischen Bevölkerung Palästinas zu erklären. Besonderes Gewicht muß darauf gelegt werden, daß, ohne irgendeine technologische Verbesserung daa gegenwärtige Einkommen nahezu verdoppelt werden könnte, durch seine passendere Verteilung. Zwei Hauptfolgerungen fließen aus dieser Studie: Die Lage der Fellachen! ist die direkte Folge der landwirtschaftlichen Bedingungen, welche gegenwärtig in allen Ländern vorherrschen und der spezifischen sozialen Verhältr nisse, die Palästina und seinen Nachbarländern gemeinsam sind. In erster Linie kann durch Abhilfe der grundlegenden sozialen Mängel die Lage der Fellachen verbessert werden. („Palestine and Near East^.) Das wirtschaftliche Leben der Beduinen. Von F. Bar Adon. Wir haben in Nr. 5/7 eine Schilderung des Lebens der Beduinen gebracht. Wir ergänzen sie nachstehend durch eine Darstellung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse. Der Artikel ist in „Mischar we Taassjah" Nr. 6 erschienen, und wird hier gekürzt wiedergegeben. Die Red. Da die früheren Einnahmsquellen der Beduinen durch die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen im Osten ins Wanken kamen, waren sie gezwungen, sich nach anderen utaizusehen und sich mehr der Landwirtschaft zu widmen.