Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Langfristiger Bankkredit für Palästina
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 336 (sequence 3)
- Language
- German
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rung und findet diese nicht. Es ist richtig, daß Barclays manchmal Zwischenkredite an Fabriken gewährt. Aber die jüdischen Unternehmungen sind größtenteils genötigt, sich an den J. C. T. «und die Anglo>PaIestine Bank zu haltenl Diese haben Anteil genommen an der Gründung von Bau- und Industrieunternehmungen und durch ihre Unterinstitute gewähren sie städtische Hypo*- thekenkredite. Solche werden als verschieden von Darlehen an Industrie- Unternehmungen angesehen, denn sie werden auf die Sicherheit eines Vermögens gewährt, über das leicht verfügt werden kann, d. h. sie bieten eine besondere mobile Sicherstellung. Das macht erklärlich, warum auf die Notwendigkeit der Entwicklung von entsprechenden Hypothekarinstituten schon lange Gewicht gelegt wurde. Städtischer Hypothekarkredit wird von 3 Banken gewährt, von welchen die größte die General Mortgage Bank of Palestine ist, sie hat ein Kapital von 50.000 Pfund und über 100.000 Pfund Pfandbriefe ausgegeben. Sie beschränkt ihre Tätigkeit auf Tel-Aviv und finanziert nicht, wie der Credit Foncier das Bauen, sondern gewährt nur Darlehen auf Häuser, die fertig: zum Beziehen sind. Die drei Hypothekenbanken und die Baugesellschaften gewähren Kredite bis zu einer Gesamtsumme von 300.000 bis 400.000 Pfund. Wenn man ein durchschnittliches Darlehen mit 200 Pfund annimmt, würde das bedeuten^ daß 1500 Leuten aus diesen Mitteln gedient würde. Wenn die Hypothekarinstitute für die Stajdt ungenügend sind, so befindet» sich der ländliche, langfristige Kredit auf unbewegliche Güter in einem noch' ärgeren Zustand. Kredite fehlen ganz. Es gibt keine Organisation, die für diesen Zweig Kapital genug hätte. Hier liegt das dringendste Erfordernis des Landes. Vor fünf Jajhren hat die Regierung, wie offiziell berichtet wurde, eine Aenderung in dieser Sache in Aussicht genommen, doch sie hat bisher noch keinen Plan für die Gründung einer Landbank aufgestellt. Welches sind die Möglichkeiten, die Kjreditfonds zu erhöhen? Erstens und vor allem sollte die Regierung Kapital einführen. Praktisch ist kein Land in der Welt so wenig verschuldet wie die Regierung Palästinas. Ihr Kredit ist groß, ihre budgetäre Lage gesichert und es bestünde keine Schwierigkeit, Kapital in London oder einem anderen Weltgeldmarkt aufzubringen. Oder die Regierung könnte für die Anleihen ausgewählter Unternehmungen die Zinsenlgarantie übernehmen, so wie es bei der projektierten Hypothekenbank vorgesehen war (Dr. Arthur Ruppin hat schon ab 1919 diesen Modus immer wieder proponiert. — Die Red.). Es wurde auch vorgeschlagen, daß eine Vereinigung von palästinensischen Banken Kapital erhalten könnte, um einen Investment-Trust zu bilden, der vorhandene Wertpapiere aufnimmt, und andere Unternehmungen ermutigt. Oder könnte ein jüdischer Investment-Trust gebildet werden, der sich auf die jüdischen Unternehmungen konzentriert. (Auch dieser Plan wurde schon 1919 von Dr. A. Ruppin, sowie dem damaligen zionistischen Finanzkomitee in London ins Auge gefaßt und vom Finanzreferenten Julius Simon vertreten. — Die Red.) Klar ist, daß diese verschiedenen Vorschläge einander nicht ausschließen, aber ein größeres Interesse wäre seitens der Regierung in dieser GrHippe von Fragen nötig, sowie mehr Initiative, besonders da keine Zentralbank besteht. Ihre Politik war die eines ausgesprochenen: laisser faire. Sie vermeidet es, eine direkte finanzielle Verantwortlichkeit für große Entwicklungspläne zu übernehmen, wie sie in den afrikanischen Kolonien üblich ist. Allerdings wäre es nicht am Platze, die von den Regierungen von Neu-Seeland und Kanada eingeschlagene Taktik zu kopieren, nach der sie private Orga-