Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1932)
- Article
- Jüdische und nichtjüdische Erziehung in Palästina im Jahre 1931
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 329 (sequence 4)
- Language
- German
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Verfügung stellt (20.480 von insgesamt 153.639 Pfund), obwohl 329 der jüdische Bevölkerungsanteil 17 Prozent beträgt, und daß von den 16.966 christlich-arabischen Schülern des Landes nur 2.552 oder 15 Prozent Regierungsschulen besuchen, während der Rest in vom Ausland erhaltenen Anstalten untergebracht ist. Trotzdem also Juden und Christen, die 26 Prozent der Bevölkerung stellen, der Regierung ganz wesentliche Sorgen abgenommen haben, ist es ihr nicht gelungen, für die restlichen drei Viertel ein auch einigermaßen den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechendes Schulwerk bereitzustellen. Das Erziehungsbudget hat sich zwar von 78.000 Pfund im Jahre 1920/21 auf 153.639 Pfund im Jahre 1931 gehoben, sich also beinahe verdoppelt, beträgt aber damals wie heute nur rund 6 Prozent des inzwischen ebenfalls verdoppelten Gesamtetats. Auch der von Simpson in seinem so verlästerten Report gemachte, sehr vernünftige Vorschlag, für das Erziehungswesen jährlich sukzessive 15.000 Pfund mehr zu dotieren, hat keine Berücksichtigung gefunden. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr betrug ganze 3.600 Pfund, während zum Beispiel der Palast des Oberkommissärs allein 45.000 Pfund gekostet hat. Und doch könnte die Regierung mit Leichtigkeit nicht nur 15.000, sondern 25.000 Pfund und mehr für Erziehungszwecke bereitstellen, wenn sie sich nur entschließen würde, die jetzt völlig gegenstandslos gewordene Teuerungszulage für ihre Beamten abzuschaffen oder die übertrieben hohen Spitzengehälter zu senken, wie das jüngst in „Sche'ifotenu", dem hebräischen Organ des „Brith-Schalom", vorgeschlagen wurde. Von der Regierung wird immer gern auf die großen Ausgaben für Polizei und Landesverteidigung hingewiesen, die ein Viertel des ganzen Budgets verschlingen. Mit einem gewissen Recht wird betont, daß die gerade in letzter Zeit wieder zunehmende Wildheit, die Verachtung gegen den Wert des menschlichen Lebens, wie sie in furchtbaren Mordtaten zum Ausdruck kommt, eine Verringerung der Polizei- und Heereskraft nicht möglich erscheinen läßt. Keiner, der die Verhältnisse des Landes kennt, wird einer solcher Verminderung in der Tat das Wort reden können. Und doch dürfte auch die Regierung erkennen, daß, wenn auch nicht gleich, wohl aber im Laufe der Jahre, ein Mehr auf dem Gebiet der Erziehung zu einem Weniger für den Kampf gegen das Verbrechen durch die Polizei führen muß. Nach diesem Blick in die Zukunft, die vielleicht noch sehr ferne liegt, wieder zurück zur Gegenwart. Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der Schüler auf die einzelnen Schulgattungen: