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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 280

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation
Date
1932-08-01
Page
Seite 280 (sequence 12)
Language
German
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nicht für geeignet galten, Grapefruits anzupflanzen. Die gemischte Wirtschaft ha,t eben den Vorteil, daß sie viel elastischer ist als die reine Orangenwirtschaft. Wo der Boden einmal mit Orangen bepflanzt ist, muß der Siedler bei dieser Kultur bleibein. In der gemischten Wirtschaft, in welcher der Siedler eine viel größere Fläche zur Verfügung und nicht so große Beträge für Pflanzungen in den Boden hineingesteckt hat, hat er eine viel größere Möglichkeit, seine Wirtschaft den wechselnden Bedürfnissen des Marktes anzupassen. Die Orangenpflanzungen haben .50 Jahre und mehr gebraucht, um auf ihre (heutige technische Höhe zu gelangen. Die Emek-Siedlungen haben erst eine etwa zehnjährige Erfahrung hinter sich. Es kann also nicht wundernehmen, wenn sie nocfti nicht die letzte Stufe der Entwicklung erreicht haben. 'Aber die Intelligenz und der Eifer der Siedler, die dabei von den Sachverständigen der zionistischen landwirtschaftlichen Versuchsstation in weitem Maße unterstützt werden, sind dauernd auf der Aussdhau nach weiteren Verbesserungen und lassen eine weitere Anpassung der Wirtsdhaft an die wirtschaftlichen Bedingungen erwarten. 10. Der psychologische Faktor. Man madht häufig der zionistischen Kolonisation zum Vorwurf, daß ihre Ridhtung nicht durch Erwägungen landwirtschaftlicher oder überhaupt ökonomischer Art, sondern;durch Erwägungen psychologischer Natur bestimmt worden sei. Man {hätte auf die Wünsche und Neigungen der Siedler, die aus Osteuropa kamen und von dort gewisse Ideen über Selbstversorgung aus der Wirtsdhaft mitbrachten, zu viel Rücksicht genommen. Aus dem frMier Angeführten geht zur Genüge hervor, daß die gemischten Wirtsdhaften zwar durch die Erzeugung von Getreide, Milch, Gemüse, Geflügel usw. einen gewissen Teil des Eigenbedarfs des Siedlers decken, daß sie aber darüber hinaus einen viel größeren Teil der Produkte zu Markte bringen und daß von einer Beschränkung der Wirtschaft auf Selbstversorgung niemals die Rede war. Ridhtig ist allerdings, daß bei der Planung der Kolonisation die Siedler und ihre Ideen und Neigungen nicht als eine quantite negligeable betrachtet wurden. Sie galten nicht als Ton in Töpfers Hand, aus dem der Töpfer alles madhen kann, was ihm beliebt. Es wurde Vielmehr in der Tat versucht, die bestimmten Neigungen und Fähigkeiten der Siedler als einen Aktivposten in den Dienst der Kolonisation zu stellen. Die Siedler kamen nadh Palästina nicht nur mit bestimmten sozialen und wirtschaftlichen Ideen, sondern audh mit einem großen Enthusiasmus für landwirtschaftliche Arbeit. Hätte man mit rauher Hand an ihre Ideen gerührt, so hätte man damit auch ifhren Enthusiasmus zerschlagen.;Es kann aber gar nicht oft genug *betont werden, weldh gewaltigen Wert gerade der Enthusiasmus der Siedler für unsere Kolonisation (hat. Dieses Gut zu hüten, ist eine der wichtigsten Aufgaben jeder Kolonisationsinstanz. Es scfheint mir, daß es gerade der größte Ruhmestitel der kolonisierenden Instanzen in Palästina gewesen ist, daß sie es im Gegensatz zu so vielen früheren Versuchen jüdischer Kolonisation verstanden haben, mit dem Menschenmaterial schonend umzugehen und die Ideen und Neigungen der Siedler langsam mit den Erfordernissen des landwirtschaftlichen Lebens in Palästina in Einklang zu bringen. Auf diese Weise ist den Siedlern der Enthusiasmus erhalten geblieben, der ihnen in den ersten schweren) JaOiren, als im Emek noch die Malaria wütete, die Ueberwindung aller Schwie-

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