Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 278 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Aus einem Artikel von Bawly in der „Jüdischen Rundschau" vom 6. Mai 1932 (siehe auch Nr. 8/9, S. 214. — Anm. d. Red.) geht hervor, daß die Zionistische Organisation insgesamt bisher angesiedelt oder finanzielle Hilfe bei der Ansiedlung gewährt hat: im Emek Jesreel und im Jordantale........1100 Familien, in der Pflanzungszone (darunter Nachlath Yehuda, Kfar Malal, Kfar Saba, Magdiel, Herzlia, Beth Chanan, Gan Schmuel) .............. 574 Familien, bei Jerusalem (Kirjath Anawim, Ataroth)..... 54 Familien, gesamt .... 1728 Familien. Es ist also ein Drittel aller mit Hilfe der Zionistischen Organisation angesiedelten Familien (und zwar hauptsächlich solche, die etwas eigenes Kapital besaßen) in der Pflanzungszone angesiedelt worden. Das alles wird in dem Artikel von Granovsky mit keinem Worte erwähnt. Es scheint dort so, als ob die Zionistische Organisation ihre Tätigkeit lediglich auf Siedlungen „mit dem Getreidebau als Grundlage" beschränkt hätte. Ebenso geht Granovsky völlig an der Tatsache vorbei, daß die Palestine Land Development Company, die zionistische Bodenkaufsgesellsdhaft, in der Küstenzone große Flächen gekauft und zum großen Teile an private Orangenpflanzer und Orangengesellschaften weiterverkauft hat. Die Palestine Land Development kaufte in Dunam: Zusammen 1910—1929 1930—1931 1910—1931 In Jehuda und Samaria . . 135.000 14.000 149.000 Im Emek Jezreel und Galiläa 308.000 19.000 327.000 443.000 33,000 476.000 Auch aus diesen Ziffern geht hervor, daß die Küstenzone keineswegs beiseite gelassen worden ist. Sie wurde allerdings vorwiegend als die Domäne des Privatkapitals betrachtet — und das mit Recht, da das Privatkapital im Emek nicht die ihm zusagenden Bedingungen gefunden hätte. 9. Die jetzige Lage der Siedlungen mit gemiscliter Wirtschaft. Nach Granovsky ist „die Erkenntnis jetzt allgemein, daß die gemischte Wirtschaft nicht einmal das magere Einkommen bringen kann, um die allernotwendigsten Bedürfnisse des Siedlers zu decken". Zum Beweis für diese Behauptung führt er an, daß in einer Emek-Siedlung die Siedler im Jahre 1930 ein durchschnittliches Defizit von 40 Pfund hatten (Name der Siedlung und Quelle ist nicht genannt, anscheinend ist Nahalal genueint), in einer anderen Emek-Siedlung (Tel Adaschim) im Jahre 1929 ein durchschnittliches Defizit von 20 Pfund. Aber ist Granovsky nicht bekannt, daß in den Jahren 1929 und 1930 die Siedlungen im Emek, die jüdischen sowohl wie die arabischen, von einer Mäuseplage heimgesucht wurden, wie sie in diesem Umfange noch nie beobachtet wurde? Die Schäden, die durch die Mäuse angerichtet wurden, waren im Jahre 1929 so groß, daß die Regierung gezwungen war, den Siedlungen durch Darlehen zu Hilfe zu kommen. An manchen Orten hatten die Mäuse drei Viertel des Getreides auf dem Felde vernichtet. Im Jahre 1930 war der Schaden, den die Mäuse einrichteten, geringer als 1929, aber immer noch erheblich genug. Ein Defizit von 40 Pfund oder 20 Pfund in /diesen beiden Jahren ist ganz oder zum größten Teil durch diese Schäden begründet. Im Falle Tel Adaschim kommt noch hinzu, daß diese Siedlung im Jahre 1929