Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 277 (sequence 9)
- Language
- German
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mit gemischter Wirtschaft gerichtet, die andere strebte dahin, bemittelten Juden, auch solchen älterer Jahresklassen und ohne Vorbildung, die Ansiedlung auf der Basis von Pflanzungen zu erleichtern. Schopi vor 25 Jahren war es klar, daß das „nationale" Kapital nicht alle Erfordernisse des Palästina- Aufbaues erfüllen kann. Es durfte und sollte dort eingesetzt werden, wo das private Kapital infolge ungenügenden Profits nicht hinströmt. Als im Jahre 1908 das Palästina-Amt gegründet wurde, war neben der mit nationalem Kapital erfolgten Gründung der Farmen Kinereth und Ben Schemen seine erste Tat die Veröffentlichung einer Broschüre „über die Anlage von Pflanzungen" durch Privatkapital. Die Entdeckung, die manche im Jahre 1932 machen, daß die Pflanzungswirtschaft für den Juden leichter und passender ist, findet sich schon ausführlich in dieser Schrift vom Jahre 1908. Auf Grund dieser und einer zweiten Broschüre „Ueber den Bodenkauf in Palästina" bemühte sich das Palästina-Amt, im Auslande Gesellschaften von kleineren Kapitalisten („Achusot") zu gründen, zwecks Anlage von Pflanzungen in Palästina. Freilich war damals in Palästina die Mandelkultur mehr en vogue als die Orangenkultur und die Begeisterung, die heute in Palästina der Qrange gilt, galt damals der Mandel, die sich wie die Orange dutrdh ihre Qualität auszeichnete und viele Jahre hindurch große Einkünfte, gebracht hatte. Für diese privaten Kapitalisten wurden vor dem Weltkrieg durch die Palestine Land Development Company ziemlich große Bodenflächen in der Küstenzone erworben, so z. B. Kerkur, Chederah Seta, Kfar Malal usw. Nach dem Kriege änderten sich die Verhältnisse insofern, als — abgesehen von der Stagnation im Ofrangenabsatz und vom Ausscheiden der Juden Sowjetrußlands — die Inflation in den Ländefrn Mittel- und Osteuropas in der Zeit bis 1924 jede Kapitalsanlage in Palästina außerordentlich erschwerte. Das Vermögen, das in polnischer Währung einen Juden noch als reich oder wohlhabend erscheinen ließ, schrumpfte, in palästinensische Währung umgewechselt, zu einem lächerlich kleinen Betrage zusammeln. Erst als mit der Stabilisierung der Valuta in den osteuropäischen Ländlern dieses Hiniderais verschwand und zugleich der Orange,nexport wieder in geregelte Bahnen kam und große Einnahmen brachte, begannen sich wieder Juden mit einigem Kapital als Reflektanten für eine Kolonisation auf der Basis des Ofrangenbaues zu melden. Aber wie gering im Anfange diese Meldungen waren, geht daraus hervor, daß die PICA, die seit 1926 in Pardess Ghana Kandidaten für die Ansiedlung mit einem Eigenkapital von 500 Pfimd suchte, und ihnen dafür eine Siedlungsstelle mit Haus, 15 Dunam Orangen usw. im Werte von 1500 Pfund zur Verfügung stellte, mehrere Jahre brauchte, um äie relativ geringe Anzahl von Siedlungsstellen zu beisetzen. Als dann aber der Zustrom aus Osteuropa etwas größer wurde, hat auch die Zionistische» Organisation diesen Siedlern ihre Unterstützung nicht versagt. *) *) Mit Asher Pierce aus Montreal, der 1925 die erste große Orangenpflanzungsgesellschaft gründete, war ich als damaliger Leiter des Kolonisationsdepartements vom Jahre 1921 an dauernd in engster Fühlung und ermutigte ihn in jeder Weise in seinem Vorhaben, das zur Anpflanzung des Gan Chajim und später zur Gründung einer zweiten großen Orangengesellschaft durch Lord Melchett führte. Für beide Gesellschaften kaufte die Palestine Land Development Company den Boden.