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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 276

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation
Date
1932-08-01
Page
Seite 276 (sequence 8)
Language
German
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zungen in Palästina. Die andere Hälfte gehört Arabern. Ebenso wie die Juden alljährlich weitere neue Orangeinpflanzungen anlegen, tun es auch die Araber; Die Kontrolle der Produktion und des Marktes liegt also nicht allein in der Hand der Juden. Um einem zukünftigen Ueberangebot zu steuern, müßten Juden und Araber zu einem Uebereänkommen über die Fläche neuer Anpflanzungen (ebenso wie über Verschiffungszeiten, Verpackungsart usw.) gelangen. Von einer solchen „Kontingentierung" der Neupflanzungen sind aber beide Seiten zurzeit noch weit entfernt. Man bepflanzt jedes Jahr neue Flächen und untergräbt dadurch den Monopolcharakter der Orange in der Zukunft. Abgesehen davon ist auch die Frage, wie die gewaltige Menge junger Pflanzungen, die in der Qualität hinter den 0:miig&m aus älteren Pflanzungen zurückbleiben, ohne Schädigung des guten Rufes der Jaffa-Orange verkauft werden können, ein ernstes Problem. 7. Die Gefaihren der Monokultur. Die Gefahren einer Landwirtschaft, die sich auf ein einziges Produkt beschränkt und noch dazu auf ein Produkt, das seünje/n Absatz in fremden Ländern hat, sind bekannt genug. Es ist nicht nötig, hier im einzelnen auf die trüben Erfahrungen einzugehen, die Brasilien mit seinen Kaffee-Plantagen, die malayischen Länder mit Kautschuk, Aegypten mit Baumwolle, Kuba mit Zucker gemacht haben. Ueberall waren diese Kulturen im Anfange für die Landwirte eine Quelle des Reichtums. Aber die daraufhin vorgenommene Produktionssteigerung hat sie später zu einer Quelle des Elends gemacht. Granovsky gibt auch selbst die Ge/fahren der Monokultur zu, wie sie eine ausschließlich auf Orangenbau basierte Wirtschaft mit sich bringt. Er tröstet sich damit, „daß es möglich sein sollte', andere hochwertige, exportfähige Monopolprodukte in Palästina einzuführen, für welche Palästina natürlidhe Vorteile bietet, und die Bemühungen der landwirtschaftlichen Forschungsinstitute und Kolonisationsbehörden sollten in dieser Richtung gehen". Aber dieser fromme Wunsch besagt noch nicht im geringsten, ob und wann diese Bemühungen einen Erfolg haben werden. Bisher sind jedenfalls noch keine anderen exportfähigen Monopolprodukte gefunden worden. Bis sie gefunden worden sind, bleibt deshalb jede Siedlungstätigkeit, die nur auf Orangenbau basiert ist, allen Gefahren der Monokultur unterworfen. Das Schicksal unserer Arbeit darf nicht allein vom goldenen Apfel der Hesperiden abhängen. Auch aus diesem Gesichtepunkte ist die gemischte Wirtschaft für uns notwendig. Wenn die Orangenkultur in der Küstenebene ihr Gegenstück in anderen landwirtschaftlichen Zweigen in den übrigen Teilen Palästinas hat, werden die Gefahren der Monokultur verringert. Zwar kann der einzelne Orangenpflanlzer in Jahren schlechten Absatzes seine Einnahmen ganz oder teilweise verlieren, abejr die jüdische Landwirtschaft als Ganzes wird auch in Jahnen schlechten Orangenabsatzes durch ihre anderen Zweige imstande sein, ein gewisses Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. 8. Die beiden parallelen Tendenzen in der Kolonisation. Die Zionistische Organisation »hat übrigens keineswegs ausschließlich die Kolonisation auf Basis der gemischten Wirtschaft begünstigt und die Kolonisation auf Basis der Orangenpflanzungen ganz vernachlässigt. Es gab von vornherein zwei parallele Tendenzen. Die eine war auf Absiedlung von unbemittelten jungen Leuten mit landwirtschaftlicher Vorbildung in Siedlungen

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