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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 275

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation
Date
1932-08-01
Page
Seite 275 (sequence 7)
Language
German
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6. Der Monopol-Charakter der Orange. Man spricht jetzt gewöhnlich von der Orange als von einem hochwertigen Monopolprodukt und schließt daraus, daß dieses Moiyopolprodukt auch immer Monopolpreise habenwerde. Hier liegt der entscheidende Irrtum. Es ist richtig, daß Palästina infolge seiner besonderen klimatischen Bedingungen «eine Orange hervorbringt, deren Qualität bisher in keinem anderen Lande erreicht wird (wenn man von Cypern absieht, dessen Orangen anscheinend der palästinensischen ähnlich sind). Aber ein Monopolprodukt hat nur solange die Möglichkeit, Monopolpreise zu erreichen, als das Angebot darin die Nachfragt nicht übersteigt. Sobald dies eintritt, fällt der Monopolcharakter in sich zusammen. Ein Beispiel hiefür bietet die Dattelkultur in Mesopotamien. Hier gedeiht bekanntlich die beste Dattel der Welt unjd mehr als 80 Prozent der gesamten Dattelproduktion der iWelt kommt von hier. Der Export von Datteln aus Mesopotamien betrug: 1928: 114.000 Tonnen im Werte von 1,230.000 Pfund, d. h. 10,8 Pfund per Tonne. 1929: 130.000 Tonnen im Werte von 1,450.000 Pfund, d. h. 11,1 Pfund per Tonne. 1930: 152.000 Tonnen im Werte von 813.000 Pfund, d. h. 5,3 Pfund per Tonne. Diese Ziffern zeigen klar, daß einie relativ gar nicht so große Zunahme des Exports im Jahre 1930 dein Preis der Datteln pro Tonne fast um die, Hälfte reduzierte. Als verschärfender Faktor kam freilich hinzu, daß die Vereinigten Staaten von Amerika, die die Hauptabnehmer für die mesopotamischen Datteln sind, im Jahre 1930 infolge der wirtschaftlichen Depression weniger kaufkräftig waren. Aber diese Abhängigkeit von wirtschaftlichen Schwankungen in fremden Ländern trifft natürlich auch für die Orange zu. Wenn die wirtschaftliche Depression in den Hauptexportländern der Palästina-Orange in den letzten zwei Jahren für deren Absatz noch keine schädlichen Folgen gehabt hat, so liegt es daran, daß der Orangenexport Palästinas von 3.5 Millionen Kisten im Verhältnis zu dem Ge-samtkonsum an Orangen relativ klein ist und die Nachfrage nach erstklassigen Orangen noch nicht überschritten hat. Es ist nach Ansicht der besten Sachverständigen sehr wahrscheinlich, daß die Palästina-Orange ihren Markt in den nächsten Jahren noch wird erheblich vergrößern können. Aber trotz alledem wird es irgendwo einmal eine Grenze geben. In Palästina sind zurzeit außeir den fruchttragenden 40.000 Dutiam noch weitere 90.000 Dunam mit Orangen bepflanzt (davon etwa die Hälfte durch Juden). Nach 5 bis 6 Jahren werden auch diese 90.000 Dunam Früchte geben. Statt der bisher exportierten 3.5 Millionen Kisten werden dann 10 bis 12 Millionen Kisten zum Export gelangen müssen. Da ist die Frage nicht unberechtigt, ob damit die in Zukunft erhoffte größere Aufnahmefähigkeit der Märkte nicht bereits über das erlaubte Maß hinaus diskontiert ist. Mit mathematischer Sicherheit läßt sich diese Frage nicht beantworten. Sie hängt von außerordentlich vielen Faktoren ab, die ganz außerhalb des Rahmens der palästinensischen Wirtschaft liegen, nämlich von der wirtschaftlichen Entwicklung in den Exportländern, von der Zollpolitik der Regierungen dieser Länder, von finanzpolitischen Maßnahmen usw. usw. Deshalb kann die Möglichkeit, daß in dem einen oder anderen Jahre das Angebot die Nachfrage übersteigt und dadurch der Markt für eine Reihe von 'Jahren erschüttert wird, nicht ohne weiteres abgewiesen werden. Die Juden besitzen, wie erwähnt, nur etwa die Hälfte ider Orangenpflan-

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