Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Fragen der landwirtschaftlichen Kolonisation
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 273 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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wie schwierig es ist, solche Böden zu erwerben und in Besitz zu nehmen. Noch schwieriger ist der Kauf aber in den Fällen, in welchen der Boden den Fellachen selbst gehört. Bekanntlich ist in der Mehrzahl der Fälle nicht ein bestimmtes Stück Boden Eigentum eines einzelnen Fellachen, sondern der ganze Boden eines Dorfes gehört allen Einwohnern gemeinsam und der Verkauf eines Teiles des Bodens verlangt deshalb!die Zustimmung aller Dorfbewohner oder ein sehr umständliches gerichtliches Teilungsverfahren. Kaufverhandlungen dieser Art ziehen sich im besten Falle Jahre, und in manchen Fällen Jahrzehnte (im Falle Wadi el Chawareth 40 Jahre!), hin. Wollte also die Zior nistisdhe Organisation mit einem Schlage große zusammenhängende Flächen erwerben und damit den Auftakt zu einem neuen Tempo in der Kolonisation geben, so wies die größere Leichtigkeit und Schnelligkeit des Landerwerbs auf den Emek (hin. Eine Hinausschiebung 'des Kaufes hätte leicht dazu führen können, daß die jetzt in den Händen weniger Eigentümer befindlichen großen Flächen bei dem Tode der Eigentümer unter viele Erben zersplittert wurden und dann vielleicht gar nicht oder viel schwerer zu kaufen gewesen wären. War also aus all diesen Erwägungeu der Kauf des Emek eine dringende Notwendigkeit, so konnte hier infolge der klimatischen Bedingungen nicht der Orangenbau die Grundlage ider Kolonisation bilden, sondern nur die gemischte Wirtsdhaft. Der Emek Jesreel bildet das einzige große Ouertal Palästinas, die Einfallstraße, welche das Mittelmeer ohne Gebirgsbarren mit dem Jordantal, mit Trans Jordanien, Damaskus und Mesopotamien verbindet. Durch den Emek wird die Bahn oder die. Autostraße .von Haifa nach Bagdad führen. Durch den Emek geht die Rohrleitung, die das Petroleum von Mossul nach Haifa bringt. Durch den Emek werden einmal die aus dem Toten Meer gewonnenen Salze ihren Weg (nach Haifa nehmen. Erst der Emek bildet die Brücke zwischen der jüdischen Kolonisation in Judaea und Samaria einerseits und im Jordantale und in Galiläa andererseits. Der Erwarb und die Besiedlung des Emek hatte deshalb für uns eine^ wirtschaftsstrategisehe Bedeutung ersten Ranges. Diese Bedeutung wird sich in Zukunft noch steigern, wenn einmal die großen Gebiete von Beisan und Hule, wo noch viel Platz für eine intensive Besiedlung ist, der jüdischem Kolonisation erschlossen werden. Man muß von dem goldenen Schimmer der Orange ganz geblendet sein, um nicht bei einem Blick auf die Karte Palästinas und die Lage der jüdischen Siedlungen diese außerordentliche Wichtigkeit des Emek sofort zu erkennen. 4. Das Olrangengebiet ist nur ein winziger Teil Palästinas. Von den gesamten 12 bis 13 Millionen Dunam kultivierbaren Bodens in Palästina sind die 2 Millionen Dunam im Negew infolge der geringen Regenmenge nur unter besonderen Bedingungen für fdie jüdische Kolonisation geeignet. Von dem übrigen Bode,n sind *5 bis 6 Millionen Dunam Bergland und nur 5 Millionen Dunam liegen in den Ebenen. Für das Bergland besitzen wir leider bis heute noch keine für Juden passenden Siediungspläne. Die amerikanische Expertenkommission hat bekanntlich vor der Inangriffnahme irgendwelcher Ansiedlung im Berglande gewarnt. Für die Vergangenheit war diese Warnung überflüssig, denn die beiden einzigen vom Keren Hajessod finanzierten Siedlungen im iBerglande, nämlich Kirjath Anawim und Ataroth, sind in erster Linie nicht Bergkolonien, sondern vorstädtisohe Siedlungen, die