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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 257

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Gemeinsame medizinische Arbeit zwischen Juden und Arabern
Date
1932-08-01
Page
Seite 257 (sequence 4)
Language
German
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mir nicht bekannt. Hier ist ein weites Tätigkeitsfeld für medizinische Arbeit unter den Arabern. Ob es möglich sein wird, in den jüdischen Spitälern Betten für Araber zur Verfügung zu stellen, scheint mir zweifelhaft, da der Bettenmangel in den meisten Krankenhäusern schon für jüdische Patienten chronisch ist. Eine große Aufgabe haben die Säuglingsfürsorgestellen. Es dürfte nicht schwer sein, arabische Mütter zum Besuch unserer Fürsorgestellen zu veranlassen, wenn wir uns nur bemühen, sie in dieser Hinsicht zu beeinflussen. Zurzeit ist die Anzalü der arabischen Mütter, die die Fürsorgestellen besuchen, verschwindend gering. Gerade jetzt planen private englische Kreise eine größere 'Aktion 'für das arabische Kinjd. Es wäre ein Akt politischer Klugheit und medizinischer Einsicht, wenn wir unsere Fürsorgestellen für eine gewisse Unterstützung dieser Aktion zur Verfügung stellen würden. Wichtig ist die Ausgabe der Kupath-Cholim auf diesem Gebiet. Kupath- Cholim ist ein Institut zur sozialen Versicherung der Arbeiter. Sie unterhält sich heute fast nur durch Beiträge ihrer Mitglieder. Sie ist eine Tochtergesellschaft der jüdischen Arbeitergewerkschaft, die bei wiederholten Gelegenheiten die Forderung nach Besserung der Lage des arabischen Arbeiters proklamiert hat. Daher ist es nicht einzusehen, warum man an dieser Versicherung nicht auch arabische Arbeiter beteiligen will und kann. Kupath-Cholim hat auch bereits die Wichtigkeit dieser Frage erkannt: in Haifa gibt es eine Anzahl arabischer Mitglieder der Kupath-Cholim; sie gewährt arabischen Arbeitern medizinische Hilfe bei „Nescher", im Rutenbergwerk und am Toten Meer-Werk. Aber das ist nur ein Anfang, der systematisch ausgebaut werden muß. Man könnte die Polikliniken der Kupath-Cholim in den größeren Kolonien zu medizinischen Zentren auch für die benachbarten arabischen Dörfer ausbauen: Man könnte an einen Kontrakt denken, mit den Scheichs der Araberdörfer. Viel leisten könnte das Krankenhaus der Kupath-Cholim im Emek. Es befindet sich in der Umgebung jüdischer und arabischer Dörfer. Es ist ein nach modernsten Prinzipien gebautes Haus und gilt als eines der schönsten und zweckmäßigsten Krankenhausbauten Palästinas. Zurzeit versorgt es in der Hauptsache die jüdische Bevölkerung des Emek. Eine Poliklinik für Araber im Krankenhaus — die nächste medizinische Hilfe für die Araber befindet sich in dem entfernteren Nazareth — wäre angebracht und könnte sogar pekuniären Nutzen bringen. Dieses Krankenhaus könnte auch eine gewisse Anzahl von Betten für die Araber der Umgebung bereit stellen. (Leider mußte das Krankenhaus im Emek weg-ejn Mangel an Mitteln kürzlich gesperrt werden, ^hoffentlich nicht für allzu lange Zeit. — Die Red.) Hier möchte ich im allgemeinein sagen: die gemeinsame medizinische Arbeit dürfte in der Peripherie, in den Dörfern mehr Aussicht auf Erfolg versprechen als in den Zentren, in Jerusalem und Jsäia, da ^hier die Bevölkerung \ mehr oder weniger mißtrauisch gegen die Juden gestimmt ist. Zweifellos werden diese Ansichten und Vqrschläge Gegenstand heftiger Kritik sein. Auch die Araber werden diesen Vorschlägen gegenüber mit kühler Reserve oder gar Ablehnung gegenüberstellen. Es besteht bei den Arabern die ausgesprochene Tendenz (unterstützt von der Regierfung), eigene medizinische Institutionen zu entwickeln, eigene Säuglingsfürsorgestellen, eine eigene Krankenkasse. Daher ist im Anfang mit Fehlschlägen zu rechnen. Dennoch

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