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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 258

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Gemeinsame medizinische Arbeit zwischen Juden und Arabern
Date
1932-08-01
Page
Seite 258 (sequence 5)
Language
German
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ist zu hoffen, daß, wenn man ruhig und systematisch vorgeht und nicht nach wenigen Wochen den Versuch abbricht, nach und nach das Ziel erreicht werden könnte: Das eine ist klar: über die Zweckmäßigkeit mancher Vorschläge kann man diskutieren, über das Ziel an sich: „Gemeinsame Arbeit auf dem Feld der Medizin" kann man nicht diskutieren. Dieses Ziel ist eine unbedingte medizinische Notwendigkeit. Gemeinsame medizinische Arbeit ist die zentrale Frage unserer gesamten heutigen medizinischen Aufbauarbeit in Palästina. Palästina ist medizinisch eine Einheit, in der die Juden wohl einen wesentlichen Teil, einen dauernd vorwärtstreibenden Faktor bilden. Aber ohne Zusammenhang mit dem Ganzen kann gründliche, dauernden Erfolg versprechende Arbeit nicht geleistet werden. Die schulhygienische Arbeit in Palästina. Von Dr. M. Brachyahu, Jerusalem. Direktor der schulhygienischen Abteilung der Hadassah Medical Organization. Obgleich die schulhygienische Arbeit in den verschiedenen Kulturländern fast zur gleichen Zeit begonnen hat, hat doch jedes Land in der Durchführung dieses Problems verschiedene Wege eingeschlagen. Das ist jedoch weder Zufall noch Laune; vielmehr ist diese „verschiedene Durchführung" dem Charakter eines jeden Volkes entsprechend und steht im Einklang mit den Son-* derheiten des entsprechenden Volkslebens. Denn ebensowenig wie es zwei soziale Gruppen gibt, die einander in ökonomischer, sozialer und kultureller Hinsicht völlig gleichen, ebensowenig können sie auch in pathologischer Hinsicht völlig identisch sein. Jedes Volk als kulturelle Einheit hat gewisse gerade ihm eigene Schwächen, die sich bei anderen Völkern gar nicht oder jedenfalls nicht in demselben Ausmaße vorfinden. So lastet auf Körper und Geist eines jeden Volkes etwas spezifisch Pathologisches, das durch Erbteil von früheren Generationen sowie durch seine sozialen und kulturellen Umweltbedingungen bestimmt wirid. Diese besondere traditionelle hereditäre Belastung verlangt auch besondere Hilfsmittel zu ihrer Behebung. Hilfsmittel, die nicht für alle Völker und alle Länder die gleichen sein können. Das uns eigentümliche Erbteil, welches die einzelnen Schichten des Volkes belastet, eines Volkes, das aus den verschiedefrjBten Gegenden der Diaspora, aus den divergentesten Lebensbedingungen hier zusammenkommt, veranlaßt^ uns zu einem besonjderen Arbeitsprogramm, das im Einklang mit den örtlichen Bedingungen steht und das einfache Kopieren dines anderswo brauchbaren Schemas nicht ohne weiteres erlaubt. Die Arbeit wurde nach folgenden Gesichtspunkten eingeteilt: 1. Poliklinik für Schüler und Lehrer, 2. Aerzte im Hauptamt, 3. Untersuchungen durch Fachärzte, 4. Hygieneunterrioht durch eine Schulschwester. Ad 1 und 2. Es war uns von vornherein klar, daß die schulhygienische Abteilung in Palästina sich sowohl mit Prophylaxe als auch mit Therapie,

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