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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 256

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Gemeinsame medizinische Arbeit zwischen Juden und Arabern
Date
1932-08-01
Page
Seite 256 (sequence 3)
Language
German
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auf die Regierung einen Druck auszuüben, daß sie ihre Arbeit zur Besserung der hygienischen Verhältnisse der arabischen Bevölkerung verdoppelt. Aber die Mittel der Regierung sind beschränkt und unter den obwaltenden Verhältnissen ist an eine nennenswerte Vergrößerung des Gesundheitsbudgets kaum zu denken. So werden wir ein aktives Eingreifen unsererseits nicht umgehen können, das heißt, ein zur Verfügung stellen unseres medizinischen Apparats in gewissem Ausmaß. Ein solcher Schritt könnte auch von politischer Bedeutung sein. Zusammenarbeit wird auf dem neutralen Gebiet der Medizin nocli am leichtesten zu erreichen sein. Heutzutage arbeitet man noch auf vielen Gebieten nebeneinander, wenn nicht gegeneinander. Gemeinsame medizinische Arbeit ist ein Versuch, ist eine Möglichkeit, aus diesem Nebeneinander auch auf anderen Gebieten ein Miteinander zu schaffen und die schon stark aufkeimenden und verbreiteten Gefühle der Gegnerschaft einzudämmen. Vielleicht kann eine Hineinbeziehung der Araber in unseren medizinischen Apparat auch eine wirtschaftliche Besserung unserer Institute herbeiführen. Denn hier ist nie daran gedacht worden, Philantropie zu treiben. Der Araber wie der Jude, der unsere Institute benützt, zahlt. Heute stehen wir vor einem fast völligen Versiegen unserer auswärtigen finanziellen Kräfte. Sowohl Keren Hajessod, als auch die Regierung, sowie philantropische jüdische und christliche Gesellschaften schränken ihr Budget stark ein. Wir sind gezwungen, unsere Institute nur aus dem Geld des Landes zu erhalten, ohne Hilfe von außerhalb, und müssen neue Quellen im Lande suchen; eine solche könnte die Beteiligung der Araber sein. Wie würde eine solche gemeinsame medizinische Arbeit sich praktisch gestalten? Der erste Schritt müßte sein, jüdische und arabische Aerzte an einen Tisch zu setzen. Bis jetzt ist der Gegensatz so groß, daß, abgesehen von den Fällen gemeinsamer Patienten oder gemeinsamer Regierungsarbeit, jüdische und arabische Aerzte einander nicht sehen. Eine solche ärztliche Round-nTable- Konferenz hätte eine große Zahl medizinischer und administrativer Aufgaben zu lösen. Beispielsweise Bekämpfung dieser oder jener Infektionskrankheiten. Gemeinsame Konferenzen der Leiter der Krankenhäuser und Polikliniken wären von großem Nutzen. Bis jetzt gibt es keine gemeinsame Aerzteorganisation in Palästina. Die jüdische Aerzteorganisation wird vom Gesundheitsdepartment der Regierung nicht anerkannt; die Regierung stellt auf ' dem Stand-* punkt, nur eine übernationale Aerzteorganisation anerkennen zu wollen. Eine gemeinsame Aerzteorganisation hat mehrere Jahre in Jerusalem bestanden, aber bald aufgehört zu existieren. Es muß von neuem »der Versuch gemacht werden, jüdische und arabische Aerzte in einem Verein zusammenzufassen. Sie haben gemeinsame wissenschaftliche und berufliche Interessen. Von jüdischen Institutionen wäre es zunächst Aufgabe der Gesundheitshäuser in Jerusalem und Tel-Aviv, medizinische Arbeit auch für Araber zu organisieren. Diese Institutionen sind vom Stifter, Natnan Strauß in New-York^ mit dem bestimmten Zweck gegründet worden, medizinische Aufklärungsarbeit zu machen, ohne Unterschied von Religion und Rasse. Bis jetzt ist wenig für die arabische Bevölkerung getan worden. Die Ausstellungen, die bisher veranstaltet worden sind, enthalten Bilder und Plakate, fast nur mit hebräischen Inschriften. Ob Vorträge in arabischer Sprache gehalten wurden, ist

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