Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Fellachen, Regierung und Juden
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 250 (sequence 6)
- Language
- German
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wältung den Mitgliedern der Mandatskommission immelr wieder auf fachliche Fragen der erwähnten Art antworten. II. Die Frage, welchen Nutzeiii oder Schaden die jüdische Kolonisation den Fellachen gebracht hat, ist schon so oft behandelt worden, daß auch diesbezüglich hier nur solche Momente hervorgehoben werden sollen, die bisher nur geringe Beachtung in der Oeiffentlichkeit gefunden haben. Die Methode, der Regierung und ihrer Experten, die Frage der Läge der Fellachen auf diejenigen von „landlosen" Arabern zuzuspitzen, die durch jüdische Kolonisation „verdrängt" wurden, um die siqh fortan die) ganze Diskussion drehen soll, ist einfach grotesk. Auch dies ist in der letzten Sitzung der Mandatskommission, wenn auch etwas reserviert, zum Ausdruck gebracht worden. Van Rees sagte), er sei erstaunt, „daß der hauptsächlichste Gegenstand die Wiedetransiedlung jener depossedierten Araber sei, und alles andere als sekundär betrachtest wer'de". Gratf de Penha Garcia gab seinem Erstaunen Ausdruck, daß die Regierung überhaupt daran denke, diese Leute, die eine Entschädigung im Laufe eliner normalen Bodenübertragung erhalten haben, anzusiedeln. Was bedetute das ganze Problem gegenüber der Lage der arabischen Bauern? (Protokoll S. 76.) Der Vertreter der Regierung reagierte auf diese sarkastischen Bemerkungen nicht. Simpson hatte jene Diskrepanz wojhl gefühlt und deshalb die Diskussion auf alle — angeblich 29,4 Prozent der ganzen Landbevölkerung betragenden — landlosen Araber ausgedehnt. Be-» ka'nntlich ist im Mac-Donald-Brief der Rückzug angetreten worden. Aber immerhin ist Simpsons These, es sei zu wenig Boden vorhanden, der Fellache besitze eine zu kleine Fläche, um sich ernähren zu können, trotz desr eingehenden Widerlegungen von fachlicher jüdischer Seite (es seien davon nur genannt: Ruppins „Bemerkungen zum Simpson-Bericht", Zeitschrift „Palästina", 1931, Dr. A. Granovsky: „Die Bodenfrage und der jüdische Aufbau in Palästina", Wien, 1931, S. Kaplansky: „Realitäten und Möglichkeiten Palästinas", Berlin, 1931) noch immer das Argument der arabischen Führer und der britischen Administration, so daß kein Zweifel darüber sein kann, daß auch French diese These in den Vordergrund seines Berichtes stellen wird. Hier muß auf die ausführlichen Darlegungen der genannten Autoren verwiesen werden, wonach die ländliqhe Bevölkerung Palästinas noch zumindest verdoppelt werden kann. Es sei ergänzend |iiezu auqh auf den Artikel vod Agr. Wa'itz über „Die Kolonisation im Bergland" (Zeitschrift „Palästina" 1931) hingewiesen. Waitz weist nach, daß mit einer Vergrößerung der Fläche dem Fellachen im Hügelland nicht gedient wäre, da er ein größeres Landstück nicht bearbeiten könnte. Seine Sanierung sei in der Verlegung des Schwerpunktes der Wirtschaft vom Ackerbau auf die Obstbauzucht 2*ü suchen. Hier gäbe es ein wichtiges und vollkommen vernachlässigtes Feld für 'die Tätigkeit des Landwirts chaftsdepartments: die Förderung des Obstbaumbaues, namentlich des unbewässerten im Hügelland, wo mit sejir geringen 'Kosten Erfolge erzielt werden könnten. Im Report des Amtes ist darüber gar nichts zu lesen. In eine andere Beleuqhtung, als es die genannten Autoren getan hatten, rückte kürzliqh David Horowitz in seinem Artikel: „Zur Agrarfrage in Palästina" (Zeitschrift „Palästina", 1932, Heft 1/2) dieses Problem. Er wies auf den wirtschaftlichen Differenzierungsprozeß hin, der im arabischen Dorf