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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 249

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Fellachen, Regierung und Juden
Date
1932-08-01
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
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dienen, die wachsende Unzufriedenheit mit einem Lose zu steigern, das sieht so sehr abhebt von der Organisation und dem Lebensstandard, die in den jüdischen Siedlungen erreicht werden." Also ersten^ der vormärzliche Standpunkt, man solle das Volk nicht unterrichten, damit seine Bedürfnisse nicht steigen, und andererseits der Hinweis, daß die Araber Neid haben könnten auf die blühenden jüdischen Siedlungen. Mr. Sawer meint weiter, daß erst die Probleme des landwirtschaftlichen Kredits und der Schuldenabbürdung gelöst werden müßten. Ja, aber v^er soll diese Probleme lösen, die nicht von heute sind, wenn nicht seine vorgesetzte Regierung? Die arabischen Führer? Diese machen zwar große Politik, und das sehr geschickt, aber man hat noch nichts davon gehört, daß sie etwas Positives dafür getan hätten, den Fellachen wirtschaftlich zu helfen. Unter die Rubrik der schweren Unterlassungen der Regieruaig gehört auch die völlige Vernachlässigung der für die Landwirtschaft Palästinas wichtigsten Frage, der Bewässerung. Der erwähnte Bericht des Landwirtschaftlichen Departments umfaßt ein und eine halbe Seite aus der Feder des Bewässerungsbeamten, welcher seine Darlegungen mit dem Satze beginnt: „Da nicht, wie vorgesehen, der Kern eines Stabes geschaffen wurde, war es unmöglich, eine systematische Untersuchung der Wasserressourcen und ihrer Entwicklung einzuleiten". Der Bewässerungsbeamte beschränkte sich daher auf einzelne Untersuchungen und die Behandlung einiger spezieller Fragen. Abgesehen davon, hat er nur mit Hilfe jüdischer Fachleute (Ing. Goldsmith und Dr. Oppenheimer) einige wichtigere Untersudhungen anstellen können. Also heute, nach zwölf Jahren der brifcische-n Zivilverwaltung, hat diese noch kein Amt für Bewässerung, keine Wassergesetzgebung geschaffen, keine größeren Untersuchungen gemacht, keine Bewässerungsdistrikte organisiert (siehe über diese Fragen Ing. Riftin, Tel-Aviv: „Die grundlegenden allgemeinen Fragen bezüglich der Bewässerungsprobleme in Palästina", in „Palästina" Jahrg. 1931) usw. Die Empfehlungen ihres eigenen Geologen, Mr. G. S. Blake, wegen Schaffung großer Bewässerungsanlagen ließ die Regierung bisher unbeachtet, obzwar sie schon aus dem Jahre 1928 stammeln. Das mehrfach erwähnte Mitglied der Mandatskommission, M. Merlin, hatte schon 1930 (Sitzung vom 10. Juni, Minuteis, S. 103) Mr. Luke einen leisen Vorwurf wegen des Ungenügens des Irrigationsdienstes gemacht und gesagt: 3,Ein Bewässerungsdienst, wenn er richtig funktioniertj ist für ein Land wie Palästina von größter Bedeutung." Es soll hier nicht behauptet werden, daß die Regierung für die Fellachen und die Entwicklung der Landwirtschaft Palästinas gar nichts getan habe. Aber so viel erhellt aus obigen Bemerkungen, daß sie keinerlei Initiative gezeigt hat, die wirklich vitalen Fragen in Angriff zu nehmen. Hiefür gibt es gar keine Entschuldigung. Fühlbarer Geldmangej. war im Laufe der ersten zwölf Jahre der Verwaltung nie vorhanddn, im Gegenteil, die Regierung hatte jahrelang sehr große Ueberschüsse aufgehäuft. Auch handelte es sich bei all diesen Problemen viej mehr um Organisatiöns-, Verwaltungs- und Fachfragen, als um Geld. Jedenfalls kann es scheinen, als ob die fortwährend geübte Taktik, durchschimmern zu lassen: für das Elend der Fellachen sei irgendwie die jüdische Aufbauarbeit verantwortlich zu machein, nicht nur politische Motive habe, sondern daß damit auch eine Ablenkung von der Beobachtung eigener Untätigkeit beabsichtigt ist. Einen solchen Eindruck gewinnt man zumindest aus der verlegenen und ausweichenden Art, mit der die Vertreter der Verr

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