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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 247

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Fellachen, Regierung und Juden
Date
1932-08-01
Page
Seite 247 (sequence 3)
Language
German
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Die Steuerreform, welche die Regierung durchgeführt hatte, indem sie den Oscher pauschalierte, war gänzlich ungenügend. Daß sie "den Fellachen bei Mißernte 50 Prozent erKeß, ist nicht als „Entgegenkommen" anzusehen, denn! die Steuer wäre gar nicht einbringlidh gewesen. Auch in dieser Materie verschließt sich die Regierung hartnäckig einer wirklich durchgreifenden, prinzipiell richtigen Reform, die, wie wiedenholt dargelegt wurde, nur in einer Besteuerung des Bodens selbst gelegen sein kann. Dies hat jüngst auch ein Mann, der kein Theoretiker, sondern ein eminenter Praktiker ist, Mosohe Smilansky, verlangt („Boustn'al", Nr. 42). Statt dessen will die Regierung eine Besteuerung des „Reinertrags" einfuhren, was natürlich bedeutete, daß fast allein die Zitruspflanzungen Steuern zu tragen hätten. Bei der Bodensteuer müßte natürlich auch der unbebaute Boden besteuert werden (eine Forderung, die der Schreiber dieses sqhon vor zehn Jahren verfocht). Dadurch würde das Angebot an Boden vermehrt und würden die Preise für ihn gesenkt werden. Der Direktor der syrisqhen Versuchsstation in Lattaquieh sagte in einem von David Horowitz zitierten Bericht, 1928, „wahrscheinlich würde die Einführung einer dem Bodenwert angemessenen in gleicher Weise von bebautem und unbebautem Boden eingezogenen Steuer die Bearbeitung einer zusätzlichen Fläche zur Folge haben." Da die Steuer ajuf unbebaute Terrains aber hauptsächlich die Effendis treffen würde, ist von ihr natürlich nicht die Rede. Bleibt das Landwirtschaftsdepartement der Regierung, das sich unter der Direktion von Col. S a w e r redliche Mühe gegeben hat. Aber leider hat die Regierung dieses Amt stets aufs stiefmütterlichste bedacht. Im Ja-Jire 1921 betrugen die Ausgaben des Instituts 45.280 Pfund, wovon 4.600 Pfund aus eigenen Abgaben gedeckt wurden, Zuschuß 40.500 Pfund. Die Ausgaben sanken darauf sukzessive bis auf 35.600 Pfund im Jahre 1925, wovon 14.400 Pfund aus eigenen Einnahmen und bloß 21.200 Pfund aus dem Budget gedeckt wurden. Dann stiegen die Ausgaben wieder und betrugen 1930: 103.800 Pfund, davon 20.800 Pfund eigene Einnahmen und 83.000 Pfund Zuschuß (Report of #ie Department usw., 1927-30, S. 75). Von jenen 103.800 Pfund sind aber für die Heuschrecken-Abwehr allein 27.100 Pfunid ausgegeben worden, so daß für die übrigen Dienste nur 76.700 Pfund verblieben. Im selben Jajire betrug das Ausgabenbudget der Regierung 21/2 Millionen Pfund! Sie hat davon nicht mehr als 3V3 Prozent dem Landwirtschaftsamt gewidmet! Infolge der geringen Dotierung konnte natürlich das Department trotz guter Führung nur relativ wenig leisten. Sehr gut abgeschnitten hat es in der Bekämpfung der Feldmäuse und der Heuschrecken (hier wie überall mit Unterstützung der jüdischen Institute), neuerdings in der Einführung einer Kontrolle über die Zitrusfrüchte, die zum Export gelangen, sowie im Forstschutz- und im Veterinärwesen. Für die letztgenannten zwei Dienste allein sind 1930 über 30.000 Pfund ausgegeben worden, so daß für alle anderen Zweige sejir wenig übrig blieb. Simpson war über diese Tatsachen so entsetzt, daß er sich zu folgender Aeußerung hinreißen ließ: „Gegenwärtig (1930) sind die Dienste der Regierung behindert (hampered) durch den Mangel an Geld und einzelne sind so gering dotiert, daß es zweifelhaft erscheint, ob ijire Fortführung wünschenswert ist" (Report S. 76). Die Dienste, die er meinte, waren Fiscjierei, Seidenkultur und Viehaufzucht.

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