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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 246

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Fellachen, Regierung und Juden
Date
1932-08-01
Page
Seite 246 (sequence 2)
Language
German
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Beachtung gefunden haben wie die in den Memoranden der Jewish Agency vorgebrachten. I. Zunächst wäre zu fragen: Was hat die Regierung, die ein so warmes Herz für die Fellaejhen zu besitzen vorgibt, für sie getan? Die sichtlich der jüdischen Kolonisation abgeneigte Haltung der Regierung könnte zu dem Sejhlusse a contrario verleiten, daß sie für die arabiscih^n Fellachen eine unermüdliche; Tätigkeit entfaltet. Es muß einmal klar gesagt werden, daß dies durchaus nicht der Fall ist, was an einigen wichtigen Beispielen gezeigt werden soll- Eines der Haupthindernisse, die der Entwicklung des arabischen Dorfes entgegenstehen, ist das Meschasystem, das Gemeineigentum an dem Dorfland, das in Palästina noch in rückständigster Form besteht. Simpson selbst nannte es das vielleicht größte Hindernis für den landwirtschaftlichen Fortschritt des Landes (Report S. 33). Die Regierung hatte schon 1923 eine Kommission eingesetzt, um das arabische Dorfland individuell aufzuteilen, zu „mafruzieren". Die Kommission machte Vorschläge, aber, so sagte Simpson sieben Jahre später: „Nichts scheint als Folge der Untersuchung der Kommission getan worden zu sein", und er bemerkt, daß der Umfang des Meschalandes von 1923 bis 1930 nur von 56 auf 54 Prozent des gesamten Dorflandes zurückgegangen ist. Seither sind zwei Jahre vergangen, es ist weiter nichts geschehen. Und dies, obzwar die „Mafruzierunlg" keine nennenswerten Kosten verursachen würde. Weiter: Stricklands Vorschlag, 22.000 Pfund, die noch von den Beständen der früheren türkischen Agrarbank vorhanden sind, als Beihilfe für die Bildung arabischer Kooperativen zu widmen, blieb unausgeführt. Als sich in der Sitzung der Mandatskommission vom 17. Juni 1931 (Minutes S. 101) M. Merlin für die Frage der Kooperativen interessierte, sagte Mr. Youn^g: Die Regierung hätte die Absicht, nach dem Rat Stricklands die Dorf kooperativen zu entwickeln. Der betreffende, Beamte sei noch nicht ernannt. Seither ist fast ein Jahr vergangen und Stricklands Rat ist noch immer nicht befolgt worden. Wenn auch seine weitergehenden Pläne wegen Mangel von Geld derzeit nicht ausgeführt werden können, so wäre es leicht geweisen, einen Beratungsbeamten zu ernennen und einen Anfang mit jenfeQi 22.000 Pfund zu maqhen. Aber es gesqhah nichts. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entschuldung der Fellachen. Wie bekannt, leiden diese furojitbar unter der Bewuchetrung seitens ihrer eigenen Volksgenossen. Die von der Regierung eingesetzte Jqhnson-Crosbie-Kommission war der Ansicht, daß mit 200.000 Pfund die ganze Entschuldungsaktion durchgeführt werden könnte, einen Betrag, der im Rahmen des heutigen Budgets der Regierung, wenn auf ein paar Jahre verteilt, Platz finden könnte. Aber nichts, gar nichts ist geschehen, nicht einmal eine Untersuchung ist geführt worden. Es soll hier nicht behauptet werden, daß dies eJtvtfa aois Rücksicht auf die kreditgebenden Effendis geschieht. Es ist vielmehr wieder nur ein Zeichen, daß die Regierung kein Interesse und keine Initiative zeigt, den arabischen Landwirten aus ihren ärgsten Nöten zu helfen, dann in all den erwähnten Bereichen Üst Geldknappheit keine Entschuldigung. Uebrigens zeigte auch für die Frage der Bewueherung der Fellachen M. Merl/in in oberwähnter Sitzung Interesse, aber M. Young sagte, er habe darüber „keine Informationen".

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