Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Die wirtschaftliche Zukunft Haifas
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
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starke Baubewegung folgen. Diese wird alle Arten von Bauten betreffen, wie Lagerhäuser und Läden,, Wohn- und Sommerei^holungshäuser, und es ist nicht übertrieben, zu behaupten^ daß sich im Laufe der näcjhsten Jahre die Anzahl der Häuser in Haifa verdoppeln, und sogar verdreifachen wird. Schon jetzt werden fortwährend neue Häuser auf dem Hadar-Hakarmel und in den anderen Stadtteilen zugebaut und die Nachfrage ist eine derartig große, daß dieselben schon vor Fertigstellung vermietet sind. Auf den Höhen des Karmel gibt es momentan kein freies Haus und die Nachfrage ist weiter stark. Ueberhaupt ist unserem Karmel eine große Zukunft vorauszusagen. Er hat nicht nur die Herzen der Haifaer erobert, sondern auch die der anderen Städte. Ohne Zweifel werden auf dem Karmel viele neue Erholungsheime und Vergnügungsstätten errichtet werden und in nicht langer Zeit werden noch weitere moderne Hotels entstehen, wo man für längere oder kürzere Zeit wird Erholung finden können. Es ist ein Platz für Ruheufrd Erholungsbedürftige, die Erleichterung für ihre Schmerzen finden, sowie für Gesunde, die sich im Schatten der Waldbäume vergnügen wollen. Man muß unbedingt der Arbeit der Palestine Development Company Anerkennung dafür zollen, daß sie, als sie vor 13 Jahren große Landteile auf dem Karamel erwarb, sofort daran ging, die leeren; Flächen mit Bäumen zu bepflanzen und durch Nadelbäume aufzuforsten und so der Naturschönheit des Berjges die noch fehlende Schönheit des Waldes hinzuzufügen. Der Karmel ist der einzige Berg Palästinas, der Berg- und Meeresluft miteinander verbindet, wie schon geschrieben steht: „So — wie der Karmel ins Meer fällt." Höhenlage und Meeresnähe bestimmen den Karmel zu einem erstklassigen natürlichen Erholungsort, und sobald moderne Gebäude, Gärten und Parks vorhanden, und die Waldbestände vergrößert sein werden, wird der Karmel für Tausende von Erholungsbedürftigen von Nah und Fern der erkorene Anziehungspunkt sein. Bei Besprechung der Bauaussichten müssen noch die von der Iraq-Petroleum- Gesellschaft zu errichtenden großen Gebäude hervorgehoben werden, ebenso die Bauten des neuen großen (zweiten) Handelszentrums und des trockengelegten Teiles längst des Hafenis; hier wird es ein weites Arbeitsfeld für große Bauunternehmungen geben. Wenn wir Haifa vom Standpunkt der Industrie aus beleuchten, so sehen wir, daß Haifa schon heute den Kernpunkt der Großindustrie bildet und der der Vollendung entgegengehende Hafenbau macht die Stadt in noch höherem Maße hiezu fähig. Man kann daher mit Sicherheit erwarten, daß alle wichtigen Industrieprojekte, die derzeit für Palästina in Frage kommen, in Haifa zur Ausführung gebracht werden. Im Hinblick feuf seine geographische Lage und seiner Befähigung als Verbindungsweg zwischen Osten und Westen zu dienen, einerseits durch seinen Meereshafen, andererseits durch seine Eisenbahn, die Aegypten mit Syrien und in Bälde auch Bagdad mit Haifa verbindet, bildet Haifa den Mittelpunkt und das HaVipttor, durch das sowohl der Binnenals auch der Außenhandel strömen wird. Dies sind die Gründe, weshalb sich in Zukunft die Groß-, Mittel- und Kleinindustrien ausnahmslos in Haifa konzentrieren werden, mit Ausnahme von denjenigen, die aus spezifischen Gründen an andere Plätze gebunden sind. Aus unserer Betrachtung von Haifa als Industriemittelpunkt, geht es selbstverständlich hervor, daß das Zentrum für die Industrie die Haifaer Bucht bilden wird, was schon heute ersichtlich ist. Die Fabriken der Zementfabrik Nesher, der Oel- und Seifen-