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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 242

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Die wirtschaftliche Zukunft Haifas
Date
1932-08-01
Page
Seite 242 (sequence 2)
Language
German
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Orangenkisten per Bahn nach Haifa verfrachtet werden wird; ebenso werden von Haifa aus die Millionen Tonnen der im Toten Meere gewonnenen Pottasche verschifft werden, zu welchem Zwecke man vor hat, eine spezielle Bahn, die das Tote Meer durch die Jordansenke mit Haifa verbinden wird, zu bauen. Was den Import betrifft, so werden allerdings heute, wie man aus den Zollberiohten ersehen kann, durch Jaffa doppelt so viel Waren als durch Haifa eingeführt; es ist jedoch zweifellos, daß nach Eröffnung des Haifaer Hafens der Import durqh Haifa auf Kosten von Jaffa geleitet werden wird, besonders in der Winterzeit, so daß dann tatsächlich Haifa das Zentrum für den größten Teil des Außenhandels bilden wird. Zahlreich sind die Unternehmungen, die in Haifa im Zusammenhange mit dem Hafenbau entstellen werden. Denken wir zum Beispiel nur an die verschiedene^ Schiffsagenturen, an den Bau großer Lagerhäuser für die importierten Waren, Schiffreparaturwerkstätten, große Kolonialwarengeschäfte zur Versorgung der Schiffe mit Lebensmitteln usw. Der Bedarf an Gemüse, Früchten, Eiern und anderen Nahrungsmitteln wird steigen. Kühlräume für Gemüse und Eier für die Schiffe selbst und für entfernte Märkte werden vonnöten sein. Das sind die bekannten Wege der wirtschaftlichen Entwicklung: Ein Wirtschaftszweig birgt in sich den Kern und die Grundlage zur Entwicklung und Entstehung anderer Wirtschaftszweige; ich will nur die Ei er Versorgung als kleines Musterbeispiel für die landwirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der Umgebung anführen. Bei der heutigen technischen Entwicklung und den schnellen Transportmöglichkeiten scheint es nicht unmöglich, in Bälde Gemüse aus dem Emek, das von Natur iau& befähigt ist, solches früh zur Reife zu bringen, mittels Flugzeugen nach auswärts zu verfrachten. Der zweite wichtige Faktor für das wirtschaftliche Erblühen Haifas sind die Unternehmungen der Iraq-Petroleum-Gesellscjiaft. Dies ist eine große und gewaltige Unternehmung, wie sie nicht jeder Handelsplatz aufweist. Schon jetzt, bereits vor Beginn der eigentlichen Vorarbeiten, spürt man neues Leben auf dem hiesigen Markte in jeder Hinsicht, wie zum Beispiel die Angestellten und zahlreichen Ingenieure, die neue Verbraucher in allen Zweigen sind, die Wohnungen benötigen usw. Die Arbeit selbst wird in kurzem beginnen und bei einer Linienführung von 1200 Kilometer vier Jahre dauern und Tausende von Arbeitern beschäftigen. Materialien im Werte von vielen Millionen Pfunden werden durch Haifa eingeführt werden und einen großen Teil des Bedarfes wird man in Haifa selbst eindecken. Es ist unschwer, den. wuchtigen Anstoß für die wirtschaftliche Entwicklung Haifas durch die nach Beendigung der Röhrenlegung von Mosul nach Haifa entstehenden Petroleumraffinerien vorauszusehen. Auch die Lösung des Problems der Wasserversorgung steht uns noch bevor. Es ist noch nicht sicher, ob diese Lösung durch eine Privatgesellschaft oder durch die Regierung selbst im Wege der Stadtverwaltung herbeigeführt werden, soll. Fraglos ist es jedoch, daß die Wasserversorgung, die eine Investierung von mehr als 180.000 Pfund erfordert, iri^ Bälde durchgeführt werden muß; denn es ist ein unmöglicher Zustand, Haifa noch für längere Zeit ohne geordnete Wasserversorgung zu lassen. Wichtiger und aktueller ist jedoch das Problem der Süßwasserversorgung der den neuen Hafen anlaufenden Schaffe, die dasselbe in großen Mengen henötigen werden. Diesen Unternehmungen, die selbstverständlich einen großen Bevölkerungszuwachs mit sich bringen, wird naturgemäß eine

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