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Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 244

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Die wirtschaftliche Zukunft Haifas
Date
1932-08-01
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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fabrik Shemen, die Werkstätten der palästinensischen Eisenbahnen, die Tanks der Shell- und der Vacuum Oil Co. befinden sich seihon derzeit auf dem Boden der Haifaer Bucht. Die Raffinerien der Iraq-Petroleum-Gesellschaft werden auch dort errichtet und es werden nicht viele Jahre verlgehen und dieser ganze Gürtel wird mit Fabrikschornsteinen besät sein. Der große Bodenkomplex der Haifaer Bucht mit seinen Zehntausenden von Dunam Boden wird überhaupt ein wichtiger Platz für Industrie, Landwirtschaft und Bautätigkeit bilden. Gegenwärtig wird dort der Bau von 180 Häusern der Arbeitersiedlung, die später auf 500 erweitert wird, zu Ende geführt, die die Bucht zu einem Punkte von hoher wirtschaftlicher Bedeutung macht. Ich neige nicht zu Illusionen, aber ich glaube miqh sicher nicht zu täuschen^ wenn ich behaupte, daß wir während der nächsten zehn Jahre Augenzeugen einer erhöhten Bautätigkeit in Haifa und einer Verstärkung einzelner großer Bezirke sein werden, wie zum Beispiel die Haifaer Bucht, den Har-Hakarmel, Newe-Schaanan und Hadar- Hakarmel, die sich verschmelzen werden, Bath-Galim und der ganze Bezirk im Westen der Stadt, die Handelszentren der inneren Stadt usw. Eingangs erwähnte ich die Prophetie Herzls vor 30 Jahren über Haifa; nun möchte ich als Schlußpunkt die Worte des verstorbenen Lord Melchett anführen, eines so vieltätigen Mannjes, der einen so hervorstechenden Platze im Wirtschaftsleben einnahm. Vor vier Jahren sagte er: „Ich habe einmal Palästina als das Belgien des Ostens bezeichnet, ein Land, das zwischen größeren und mächtigeren Ländern als es selbst ist, eingebettet liegt. Ich bereiste im letzten Jahre den Osten, besuchte Syrien, Bagdad, Persien und andere Zentren des palästinensischen Hinterlandes Ich habe mich hievon überzeugt, daß Palästina als T;or für den ganzen Nahen Osten dient. Haifa ist — nach Alexandrien, Neapel und Genua — der beste der Mittelmeerhäfen. Die Regierung baut jetzt einen Hafen und wird an seiner Entwicklung interessiert sein. Mit der Entwicklung des Hafens wird eine neue Epoche im wirtschaftlichen Leben des Landes beginnen. Auch das Petroleum wird durch die Mossul-Röhren naqh Haifa geleitet werden und diese Stadt wird einen neuen Eisenbahnknotenpunkt bilden. In 20 Jahren wird dem Haifaer Hafen dieselbe Bedeutung wie dem von Genua und Alexandrien zukommen. Diese Entwicklung steht aber nicht im innigen Zusammenhange mit der zionistischen Frage im allgemeinen oder mit der Judenfrage im besonderen, sondern sie ist bedingt dutreh die natürliche geographische Lage der Stadt. Andere Völker haben dies schon erkannt und haben mit dem Bodenankauf an den wichtigsten Punkten begonnen. Wenn nun wir nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre die nötigen Anstrtengungen machen, so werden wir eine günstige Gelegenheit versäumjen und es wird uns später umso schwerer fallen, unseren Traum in Palästina zu verwirklichen. Ich hege keinen Zweifel an dem ökonomischen Aufblühen Palästinas. Diese Entwicklung wird kommen, die Frage ist nur, durch wen, und wer wird sie durchführen?" Die Zukunft Haifas ist groß und es wird nur von uns abhängen, daß nicht die schon vor kurzem begonnene InternaJtionalisierung Haifas das Gesicht des jüdischen Haifa verkleinere. Diese Gefahr, von der Lord Melchett sprach, besteht tatsächlich; wir müssen daher alles tun, um diese Gefahr zu beseitigen und die einwandernden Juden dazu anspornen, ihr Kapital hier zu investiere^ und ihre Energie dazu zu verwenden, diese wichtigen wirtschaftlichen Punkte zu erobern.

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