Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Die Aufgaben der Privatinitiative in der Haifa-Bay
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 239 (sequence 7)
- Language
- German
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der organisierten Arbeiterschaft haben das Recht darauf, in den 239 günstig liegenden, mehr als 6000 Dunam umfassenden Böden nördlich der Industriezone angesiedelt zu werden, sondern jeder Jude, der dafür die nötigen wirtschaftlichen und moralischen Qualitäten mitbringt. Der KKL wird viele palästinensische Juden davon abhalten, sich den radikalen Parteien anzuschließen, wenn er auf diesem Gebiet seine Politik grundlegend ändert. Man nennt das heute hier in Palästina „Mittelstandspolitik", aber auch dieses Schlagwort ist ebenso deplaziert wie die meisten anderen, die man gedankenlos aus Europa nach hier verschleppt hat. Der „Mittelstand", um den es sich hier handelt, hat einen viel schwereren wirtschaftlichen Kampf zu kämpfen, als die meisten Mitglieder der Histadruth, er ist viel mehr proletarisiert als der organisierte Arbeiter, aber er ist nicht organisiert und weiß sich nicht so zur Geltung zu bringen, wie die Mitglieder der Arbeiterschaft. Der dritte, und vielleicht wichtigste Bodenkomplex befindet sich, wie oben erwähnt, in den Händen der PEC. Es sind das die etwa 5000 Dunam, die von den ursprünglichen Verfassern des Haifabayprojektes wegen ihrer Stadt- und Hafennähe für1 industrielle Zwecke reserviert wurden. Weil man aber damals gerade in dieser Hinsicht noch nicht klar genug sehen konnte, bildete dieser Boden in den Plänen der Haifabay in der ersten Zeit nur einen weißen Fleck auf der Planung. Erst allmählich konnte sich das Bild klären. Die Shell-Company kaufte sich in der Nähe an und errichtete eine große Importinstallation, die Vacuum folgte und es entstand das sog. Oel-Area. Die Regierung setzte den Plan der Errichtung der zentralen Eisenbahnwerkstätten in die Wirklichkeit um, die Irak Petrol Company traf Anstalten, ihre Tank und Raffinerie-Anlagen auf diesem Gelände, bezw. in seiner unmittelbaren Nähe unterzubringen, die Royal Air Forces sahen sich nach einen Flugplatz um. die PEC aber verblieb in der Rolle des passiven Zuschauers, anstatt eine fieberhafte Aktivität zu entfalten und die ihr durch ihren Besitz gebührende Führung zu übernehmen. So wurden durch die jahrelange unbegreifliche Passivität der PEC an dem bodenpolitisch wichtigsten Punkte Palästinas die jüdischen Interessen in eine Verteidigungsstellung gedrängt. Der Flugplatz liegt an einer unerwünschten Stelle und die Tankanlagen und Raffinerien der Irak Petrol werden voraussichtlich ebenfalls an einem, den jüdischen Interessen sehr unerwünschten Punkte liegen. Aber damit ist noch nicht alles erwähnt, was vielleicht für immer verloren gegangen ist. In diesen vier Jahren haben sich Dutzende von große-