Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Die Aufgaben der Privatinitiative in der Haifa-Bay
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 240 (sequence 8)
- Language
- German
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240 ren unc^ kleineren jüdischen Industriellen in Haifa gezeigt und ihre Absieht kundgegeben, hier etwas auf zutun. Ist etwas geschehen um diese Initiative zu ermutigen? Hat man Vorbereitungen gegetroffen, um eine solche Initiative aufzunehmen? Man hat sogar nichts getan, um die jüdische Mittel- und Kleinindustrie, die jetzt größtenteils mietsweise in arabischen Baracken und Häusern der Nazarethstraße untergebracht ist, einzuladen, neue, gesunde und billige Quartiere in den stadtnahen Gebieten der Haifabay aufzusuchen. Vielleicht wird man es nach dem nächsten Pogrom tun, wenn das Kind in den Brunnen gefallen sein wird, aber warum ist bei der PEG ebensowenig Gestaltungskraft wie beim KKL, dem man doch gerade diese 5000 Dunam abgenommen hat, weil man ihn nicht für fähig erklärte, diesen Boden zu entwickeln? Zweimal hat man den bekannten englischen Städtebauer Abercromby herkommen lassen, einmal sogar im Flugzeug, aber bis heute hat die Oeffentlichkeit noch nichts von produktiven Erschließungsplänen der PEC erfahren. Es soll nicht geleugnet werden, daß die PEC viele nützliche Dinge in Palästina verrichtet hat, die hier ausgesprochene Kritik soll ja auch nur produktiven Zwecken dienen und mit dazu beitragen, einem Mangel abzuhelfen. Ich will diesen Aufsatz nicht schließen, ohne darauf hinzuweisen, daß man sich in Palästina in den letzten Jahren daran gewöhnt hatte, die Bedeutung Haifas im Aufbau des jüdischen Palästina stark zu unterschätzen. Wir Haifaner freuen uns alle aufrichtig über den Aufschwung Tel-Avivs und gönnen auch Jerusalem seinen Reichtum an gelehrten und geistreichen Mitbürgern. Trotzdem soll man sich in allen jüdischen Kreisen darüber klar werden, daß der Verlust oder auch nur die Schwächung der jüdischen Position in Haifa auch für das übrige Palästina die allerschwersten Folgen haben muß. Eine solche Schwächung ist unleugbar eingetreten. Wir hier in Haifa spüren sie täglich in der Abwanderung von Juden, dem Mangel neuen Zustroms, der wachsenden Intimität zwischen dem englischen und arabischen Element auf Kosten jüdischer Positionen usw. Nicht zum Mindesten rührt diese Schwächung daher, daß man in den führenden Kreisen des KKL noch immer der Ansicht ist, daß man im Gegensatz zu Tel- Aviv bei dem Aufbau des jüdischen Haifa die sogenannte „Privatintiative", wie man sie sich so auffaßt, entbehren kann. Wenn es mir durch diese Zeilen gelingen sollte, den Umschwung, der auf diesem Gebiete sowieso kommen muß, nur ein wenig zu beschleunigen, so ist der Zweck dieses Aufsatzes erreicht.