Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1932)
- Article
- Die Aufgaben der Privatinitiative in der Haifa-Bay
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 238 (sequence 6)
- Language
- German
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v0^ *sk Für diejenigen Badenbesitzer, die in absehbarer Zeit nicht selbst an die Bearbeitung ihres Badens herangehen können oder wollen, arbeitet der Verfasser zusammen mit einigen anderen Fachleuten ein Programm aus, das die Entwicklung des Badens durch einen geeigneten Pächter vorsieht. Hiebei werden in erster Linie solche Leute als Pächter in Frage kommen, die neben einer genügenden landwirtschaftlichen Erfahrung auch über bescheidene Barmittel in Höhe von etwa 100 pal. Pfund verfügen, bezw. über Inventar in entsprechendem Umfange. Hier besteht die Möglichkeit, aus dem Reservoir der Tausende, die seit Jahren vergeblich auf Ansiedlung warten, einige Hundert in gute selbständige Positionen zu bringen und den Zugang für neue proletarische Elemente zu öffnen. Nach Ansicht von Fachleuten gibt es hier die Möglichkeit, einen neuen, gesunden Typ eines Pächterkolonisten zu schaffen, der nach einer Reihe von Jahren nicht zu aufreibender Arbeit in den Besitz einer schuldenfreien Kleinfarm gelangt. Unter anderen ist Professor Franz Oppenheimer durchaus davon überzeugt, daß dieser neue Siedlertyp als Zwischentyp zwischen dem freien Eigentümer und dem Siedler auf KKL-Boden eine gesunde Rolle im Aufbau Palästinas spielen kann. Die Aufgabe der „nationalen" Initiative wird hiebei, außer wie oben erwähnt, in Leitung und Anregung, vielleicht noch zusätzlich in der Hergabe von kleinen Krediten gegen Hypothek an zweiter Stelle oder in Vermittlung von bankmäßigen, ebenfalls klein zu haltenden Krediten, gegen erststellige Hypotheken bestehen. Jedenfalls kann hier durch Verbindung von privater Initiative und der Initiative der nationalen Fonds, insbesondere des KHJ eine gewaltige Intensivierung beider Aufbauelemente erfolgen. Auch die Arbeiterschaft kann hiebei, wie oben angedeutet, durch Bereitstellung geeigneter Pächter in durchaus angemessener Weise mitwirken. Ganz ähnlich kann sich das Zusammenwirken beider Initiativen bei dem KKL-Besitz an Haifabay-Boden entwickeln. Der KKL müßte die Aufmerksamkeit des breiten jüdischen Publikums auf die Betätigungsmöglichkeiten innerhalb der Haifabay lenken und dieses Publikum für die Mitarbeit vorbereiten und gewinnen. Vor allem muß die Einwohnerschaft der Stadt Haifa darüber aufgeklärt werden, daß sich ihr hier ein breites Feld zur Erleichterung und Verbesserung ihrer zurzeit nicht eben leichten wirtschaftlichen Lage bietet. Was den 180 Arbeitern in der Arbeitersiedlung recht ist, muß den vielen Hunderten von schwer kämpfenden kleinen Handwerkern und Beamten billig sein. Nicht nur die Mitglieder