Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1932-08-01 · Heft 8-9 (August 1932) · p. Seite 235

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 8-9 (August 1932)
Article
Die Aufgaben der Privatinitiative in der Haifa-Bay
Date
1932-08-01
Page
Seite 235 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2379786-2379900-2379905-2395716--13832-2395942
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Tausend". Eine der großen Schwierigkeiten hinter den Kulissen 235 war die Forderung der sogenannten „Mittelständler" neben zwei Dritteln, die von der organisierten Arbeiterschaft beansprucht werden, wenigstens ein Drittel der Siedler stellen zu dürfen. Auch hier handelt es sich nicht mehr um eine riskante und beschwerliche Siedlungsform wie etwa im Emek, isondern um einen Kleinfarmertyp, der durchaus „bürgerlichen" Begriffen entspricht. Man war bisher gewohnt, die Begriffe zionistische Fonds, organisierte Arbeiterschaft und palästinensisches Pioniertum unter dem Sammelschlagwort „nationale Initiative" zu vereinigen. Ohne die Verdienste der Arbeiterschaft und der zionistischen Fonds in diesem Gebiete des Palästina-Aufbaues irgendwie verkleinern zu wollen, sei nochmals zusammenfassend konstatiert, daß zumindest für die nächste Zukunft dieses Schlagwort in seine Bestandteile aufgelöst werden muß, wenn man nicht die Absicht hat, bewußt schief zu sehen oder Parteipolitik zu treiben. Ganz besonders interessant ist die Nutzanwendung dieser einleitenden Bemerkungen für die bevorstehende Entwicklung der Haifabay. Während ursprünglich nur gegen einen prinzipiellen Widerstand der KKL zu einer relativ geringfügigen Beteiligung an der Erwerbung dieses Objektes interessiert werden konnte, besitzt er heute zusammen mit der PEC den größten und wichtigsten Teil dieses Geländes. Es ist natürlich undenkbar, daß bei der Entwicklung dieses Bodens die organisierte Arbeiterschaft ein Monopol des Ausnützungsrechtes erhält und die übrigen Schichten des jüdischen Volkes und insbesondere der jüdischen Bevölkerung Haifas davon ausgeschlossen werden. Dies kann und soll etwa nicht als die Absicht des KKL-Direktoriums behauptet werden, aber es fehlt gegenwärtig vollkommen an Organisationen außerhalb der Arbeiterschaft, die auch nur mit Vorschlägen irgend welcher Art an die Leitung des KKL herantreten könnten. Schwache Anfänge regen sich allerdings und diesle zu fördern und zu unterstützen, wäre eine Aufgabe der KKL-Leitung in ihrem ureigensten Interesse. Dieses besteht nämlich, wie ich immer und immer wieder betonen will, darin, aus dem KKL-Besitz eine möglichst hohe Rente zugunsten der Volksgemeinschaft herauszuwirtschaften. (Wir möchten hier bemerken, daß nach unserer Ansicht dies nicht der hauptsächlichste Gesichtspunkt für den KKL sein kann. — Die Red.) Dies ist aber nur möglich, wenn man alle Kreise der Bevölkerung für den Erwerb von KKL-Pachtland interessiert und nicht nur einen geschlossenen Block von Interessenten,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.