Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Wirtschaft.
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 200 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Bankdepots sind (heute größer als je. Die durch den Sturz des Pfundes angeregte Ueberfuhrung von Depotgeldern in langfristige Anlagen hat sich in den letzten Monaten, obgleich die Angst vor einer Inflation wohl gewichen ist, unter dem Druck der antisemitische^n Bewegung in Europa und der besonders schwierig gewordenem Wirtschaftslage der Juden in Europa und in Amerika fortgesetzt, und die Erfahrung zejigt, daß auch Kapitalien, die jetzt nacjh Palästina gebracht werden und vorläufig in den Bankejn liegen, voraussichtlich in nicht allzu langer Zeit ganz oder teilweise der Wirtschaft des Landes zugeführt werden. Diese Entwicklung wird dadurch erleichtert und beschleunigt, daß in den letzten zwei bis drei Jahren Investierungsmöglichkeiten entstanden sind, die: bis da^iin nicht bestanden hatten oder an die man nicht geglaubt hatte. Mit der Vermehrung der fruchttragenden Pardessim entsteht allmählich ein Markt,, auf dem man jederzeit brauchbare Objekte kaufen kann. Die starke- Bautätigkeit in Jerusalem und Tel-Aviv schafft dieselben Verhältnisse auf de«m Baumarkt und ebenso auf dem Hypothekenmarkt. Schließlich möchte ich noch ein allgemeines Moment erwähnen. In Palästina sind in den letzten zwölf Jahren eine große Reihe kleiner und mittlerer Unternehmungen begonnen worden. Eine wirtschaftliche Unnehmung entwickelt sich nicht Jahr für Jahr gleichmäßig und zeigt nicht Jahr für Jahr den wirtschaftlichen Effekt in gleichen Relationen. Das Bild ist gewöhnlich ein anderes. Es vergeht eine Reihe von Jahren, in denen das Unternehmen noch mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen hat und in denjen es nicht nur den Außenstehenden, sondern den Besitzern selbst noch als ein Unternehmen erscheint, dessen Existenz noch ungesichert ist. Dann aber kommt einmal der Moment, in dem sich, das wirtschaftliche Ergebnis der akkumulierten Kräftel einer Reihe von Jahren zeigt und das Unternehmen plötzlich einen konsolidierten Eindruck macht. Es ist ein zufälliges Zusammentreffen, daß das Ergebnis der wirtschaftlichen Anstrengung der letzten zwölf Jahre für die jüdische/ Wirtschaft in Palästina sich gerade in diesem Jahr zeigt, in dem diel übrige Welt von einier so scharfen Krisis erfaßt wird. Iqh glaube, damit wenigstens einen Teil der Gründe dargelegt zu haben, welche' das Wirtschaftswunder Palästinas im Jahre 1932 hervorgerufen haben. Für uns ist es eine Befriedigung, daß diese günstige ökonomische Lage vorfanden ist. Ebenso wichtig ist es aber, we^in eine Betrachtung der Gründe, wie ich sie oben dargelegt habe, zeigt, daß eine Fortsetzung dieser wirtschaftlichen Konjunktur wahrscheinlich ist. Leider muß ich hinzufügen: selbstverständlich in dem bescheidejnen Rahmen, in dem sich ein Land, das sich noch so wie Palästina in den ersten Anfängen wirtschaftlicher Entwicklung befindet, entwickeln kann. Auch, die^ heutige Lage läßt die Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen der Diaspora und zwischen den schon jetzt bestehenden Möglichkeiten Palästinas ungelöst. Wir können auch hejute an eine Masseneinwa,tiderung im Sinne der Diskussionejn von 1919 und 1920 nicht denken. Wir können aber eine organisch© Entwicklung feststellen, die von Jahrfünft zu Jahrfünft zu stärkeren Einwanderungsmögliohkeiten führen wird." So weit Dr. Handtke. Die Zuteilung von 2.000 Zertifikaten durch die Regierung zeigt, daß diese ebenfalls die Lage günstig beurteilt und eine weitere gute Entwicklung erwartet. Die Kapitalien, die im Laufe der letzten Zeit von auswärtigen Besuchern, die sich im Lande eine Existenz gründen wollen, ins