Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 194

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
Die Erfahrungen mit der Neukolonisation in anderen Ländern
Date
1932-05-01
Page
Seite 194 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379900-2379904-2395262--13561-2395560
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Es ist also mit sorgfältigster fachmänriisdhester Planung vorgegangen worden, indes unsere Siedlungen in jeder Beziehung improvisiert werden mußten. Wenn nun im Folgenden ein kurzer Bericht über die Entwicklung dieser beiden Kolonien gegeben wird, so geschieht das nicht mit der Absicht, zu kritisieren, noch mit der, einen direkten Vergleich mit unseren Emek- Siedlungen aufzustellen. Wir können keineswegs behaupten, unsere Siedlungen hätten in ökonomischer Hinsicht viel besser abgeschnitten, wenn auch keine Rede davon sein kann, daß., wie in diesen kalifornischen 80 Prozent der investierten Summe abgeschrieben werden müssen. Nach zehnjähriger Arbeit haben wir erst jetzt die ersten Verträge mit den Siedlern abgeschlossen; keine der Kolonie hat noch mit Rückzahlungen, sei es des Kapitals, sei es der Zinsen, beginnen können. Nichtsdestoweniger ist die Geschichte von Delhi und Durham außerordentlich lehrreich. Sie zeigt zumindest, daß bei Anerkennung unserer eigenen Fehler, aus denen wir lernen müssen, wir keine Ursache haben zu glauben, andere Kolonisationsinstanzen von fachlicher Autorität und Erfahrung erzielten bessere Resultate. Die beiden Siedlungen Durham und Delhi litten wie unsere, besonders unter dem Umstand, daß sie zu einer Zeit hoher Preise gebaut worden waren. Der Staat mußte 80 Prozent der Gesamtschuld der Siedler abschreiben und erlitt an diesen beiden Siedlungen einen Verlust von 2.4 Millionen Dollar. Die ausführliche Schilderung der Entwicklung der Beziehungen zwischen dem kalifornischen Staat und den beiden Siedlungen Delhi und Duham ist im 7. Jahresbericht des kalifornischen Landwirtschaftsministeriums niedergelegt. (Dezember 1930, im Kapitel: „Abteilung für landwirtschaftliche Siedlung", S. 789 bis 796). Einsen Auszug daraus geben wir im folgenden: Vom Staat begründete landwirtschaftliche Siedlungen, unter die Rechtsprechung des Landwirtschaftsministeriums, Abteilung für landwirtschaftliche Siedlung, sowie des (1. August 1927) neu geschaffenen staatlichen Kolonisationsamtes fallend, sind: 1. Die Kolonie Durham in der Provinz Butte, 6240 acres (zu 4 Dunam), 1918 vom Staat erworben, parzelliert und fast zur Gänze an Siedler verkauft; gemäß den Kaufverträgen wurde eine zwanzigjährige Amortisation bei fünfprozentiger Verzinsung vereinbart. Ferner 2. die Kolonie Delhi in der Provinz Merced, 8400 acres, 1919 vom Staat erworben, parzelliert und teilweise an Siedler veräußert auf Grund gleicher Kontrakte, doch bei einer Amortisationsfrist von 36V2 Jahren. Der "Staat hat ferner den Siedlern beider Kolonien viele Darleben für die Ausgestaltung der Siedlungen und für den Erwerb von Vieh gegeben, gegen Schuldscheine bei 20jähriger, resp. 3jähriger Amortisation urtd 5 Prozent Zinsen. Zur Zeit als diese Abteilung des Landwirtschaftsministeriums die Verantwortung für die Landansiedlung übernahm (1927), waren Nichterfüllungen von Kaufverträgen, von Zahlungen usw. in beiden Kolonien fast allgemein üblich, die Unzufriedenheit war groß, es drohten Prozesse der Siedler gegen den Staat und die Verhältnisse waren in jeder Hinsicht sehr schlecht. Aus Untersuchungen ergab sich die absolute Notwendigkeit für den Staat, sich als Landbesitzer von der kolonisatorischen Tätigkeit im Interesse beider Teile in der raschest möglichen Zeit zurückzuziehen, die vereinbar war mit den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.