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Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 195

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
Die Erfahrungen mit der Neukolonisation in anderen Ländern
Date
1932-05-01
Page
Seite 195 (sequence 4)
Language
German
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bei der Begründung der Kolonien übernommenen Verpflichtungen und mit den bestellenden Verhältnissen. Nach einer Reihe langwieriger Prozesse mit den Siedlern wurde eine Anzahl von Gesetzen über die zwei Kolonien geschaffen. Zu Beginn des Jahres 1929 wurde eine Schätzung aller Besitztümer in beiden Kolonien durchgeführt. In Delhi ergab diese insgesamt eine Bewertung von 788.000 Dollar für die verkauften Güter, die einen Buchwert von 1,800.000 Dollar repräsentierten; belastet waren sie mit 1,307.000 Dollar. Diese Hypothekarschuld der Siedler wurde vom Staat von 1,307.000 auf 375.000 Dollar verringert. Jedoch auch dies wurde wieder angefochten und nach langen Streitigkeiten von der Schuld noch weitere 200.000 Dollar abgeschrieben. Aber der Staat hatte dann «och weitere Verluste durch die Ansetzung von 20 Veteranen, die sich als unfähig erwiesen. Es mußten neue 52.000 Dollar- Schuldscheine ausgegeben werden. Auch in Durham gab es Klagen und Streitigkeiten. Die Schuld der Siedler wurde schon 1928 von 485.086 Dollar auf 158.854 Dollar herabgesetzt. In beiden Kolonien gab es aber noch weitere Verhandlungen, Streitigkeiten und Vergleiche. Nach endgültiger Bereinigung der Verhältnisse in den beiden Kolonien ergab sich der eben erwähnte Verlust von 2.4 Millionen Dollar. Rundschau POLITIK. Von Spectator. Die politische Lage in Palästina seit mehr als einem halben Jahre wird dadurch gekennzeichnet, daß sich in dieser Zeit keine wesentlichen Aenderungen in der für Palästina nun schon fast typisch gewordenen Konstellation ergeben haben. Man mag darin einen Anlaß zur Genugtuung erblicken. In einem politisch-labilen Zustand wie er für Palästina charakteristisch ist, ist das Fehlen von Störungen schon als ein Fortschritt aufzufassen. Aber man kann, mit mehr Recht noch, bedauern, daß die gerade in einer Periode relativ kontinuierlicher Entwicklung vorhandenen Möglichkeiten zumindest einer Aussprache über die aktuellen Probleme wiederum nicht ausgenützt wurden. Von den drei Hauptpartnern im politischen Leben des Landes, Regierung, Juden und Araber, beharren die beiden letzteren nach wie vor auf ihren alten Konzeptionen. Mögen auch die hemmungslosen Aeußerungen auf arabischer Seite — abgesehen von wenigen agressiven Presseorganen — in letzter Zeit an Gewicht zurückgetreten sein, die politischen Grundpositionen der beiden Partner sind nach wie vor weit voneinander entfernt und in dieser Entfernung jetzt vielleicht klarer und nüchterner bestimmbar als früher. Nur zwischen der Regierung und der jüdischen Führung hat sich während der letzten Monate, nicht zuletzt dank dem persönlichen Kontakt zwischen dem neuen High Commissioner und dem Chef des politischen Departments der Jewish Agency ein Verhältnis gegenseitigen Meinungsaustausches entwickelt, wie es! in dieser Form seit August 1929 nicht mehr zu konstatieren war. Natürlich

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