Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1932-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1932) · p. Seite 146

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1932)
Article
Die Entwicklungstendenzen der palästinensischen Landwirtschaft
Date
1932-05-01
Page
Seite 146 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379900-2379904-2395253--13498-2395512
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wie gesagt, bildet das Problem der Rentabilität den Schlüssel zur gesamten Frage des Getreidebaues in Palästina, und in dieser Hinsicht ist wohl die Mechanisierung des Getreidebaues in Palästina ausschlaggebend. Bei den verhältnismäßig hohen Lebenskosten des jüdischen Siedlers (in Vergleich mit den Fellachen) ist ein rentabler Getreidebau auf der Grundlage eines großen Aufwandes menschlicher Arbeit unmöglich. Das haben viele der Wirtschaften im Emek und im Jordantale erkannt und die Einführung von Combines und Traktoren in diesen Wirtschaften geht im raschen Tempo vor sich. Ein Bericht von Daganjah B., der hier veröffentlicht wurde, ist in dieser Hinsicht charakteristisch und aufschlußreich: „Getreidebau ist einer der wichtigen Zweige der Wirtschaft, dessen Bedeutung jedoch verhältnismäßig abgenommen hat, zuerst infolge des Falles der Getreidepreise, und zweitens infolge der Mechanisierung, die die Absorption von Arbeitskräften in diesem Zweige verminderte. Es wurden zum Beispiel in Daganjah B. für 100 Dunam Getreidebau im Jahre 1927—1928: 130 Arbeitstage verwendet, im Jahre 1928—1929: 78 Arbeitstage, im Jahre 1929—1930: 51 Arbeitstage." Im Bericht wird weiter festgestellt, daß das Einkommen pro Tag befriedigend hoch ist, seitdem weniger menschliche Arbeit für dieselbe Fläche verwendet wird. Aufschlußreich sind auf diesem Gebiete einige Zahlen, die die Entwicklungstendenz von der primitivsten Methode des Getreidebaues der Fellachenwirtschaft bis zur modernsten mechanisierten Farm andeuten. Diese Zahlen können selbstverständlich keinen Anspruch auf Genauigkeit erheben und sind bei den großen Variationen von Wirtschaft zu Wirtschaft nur als Schema zur Andeutung der Richtung der dynamischen Entwicklung gedacht. Die Zentrale der Landarbeiterorganisation (Merkas Hachaklei) gibt in ihrem Bericht die durchschnittlichen Produktionskosten pro Dunam Weizen für 19 jüdische Wirtschaften auf 0.757 Pfund und die Zahl der Arbeitstage auf »0.95 an (fast doppelt so viel als die Zahl, die von Daganjah B. angegeben wird, da hier einige nicht mechanisierte Wirtschaften inbegriffen sind). Die Produktionskosten einer Fellachenwirtschaft werden im Report von Johnson-Crosby und im Buche Wilkanskis auf 200 bis 250 Müs per Dunam angegeben, die Zahl der Arbeitstage schätzt Wilkanski auf 2.5 bis 3.5 per Dunam. Der Durchschnittsertrag der oberwähnten Wirtschaften ist 114 kg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.