Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1932)
- Article
- Die Entwicklungstendenzen der palästinensischen Landwirtschaft
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 145 (sequence 5)
- Language
- German
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sich somit nur in zwei Richtungen auswirken: a) der Erweiterung und Steigerung der Erträge des Körnerbaues (hauptsächlich Weizen); b) Uebergang zu intensiven Kulturen und möglichst weitgehende Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung in dieser Richtung. Die Importzahlen können uns Aufschluß über die Möglichkeiten und Tendenzen in diesen beiden Richtungen geben. Wir wollen vorerst die erste Kategorie der landwirtschaftlichen Produktion im Lande, nämlich den Getreidebau einer Analyse unterziehen. Es werden in Palästina von transozeanischen Ländern und von Transjordanien ungefähr 45.000 Tonnen Weizen (Mehl auf Weizen umgerechnet) jährlich eingeführt, die einen Durchschnittswert von 600.000 Pfund darstellen, die an die Uebersee- und Nachbarländer gezahlt werden. Ein erheblicher Teil dieser Einfuhr läßt sich nicht ersetzen, da er spezielle Sorten umfaßt, die in Palästina nicht produziert werden. Die Frage, die durch diese Umstände gestellt wurde, ist die folgende: ist es notwendig und möglich, diese Importprodukte durch den Getreidebau im Lande zu ersetzen? Ist die Steigerung der Erträge des palästinensischen Getreidebaus erwünscht und möglich? Einige Umstände müssen in diesem Zusammenhang in Betracht gezogen werden: 1. Es ist klar, daß gewisse Gebiete im Lande nur für Getreidebau geeignet sind. 2. Soweit Getreidebau getrieben wird, ist ein gewisses Maß von Rentabilität eine unumgängliche Bedingung seiner Fortsetzung und diese kann wohl nur durch Mechanisierung (Ersparnis an Arbeit) und Hebung des Ertrages (Höheres Einkommen) erreicht werden. 3. Das Getreide bildet die Futterbasis für mehrere Zweige der intensiven Wirtschaft und hat somit einen natürlichen Markt für seine Produktion. 4. Getreidebau ist beim Lebensstandard der jüdischen Siedler, wenn überhaupt, nur auf der Basis hoher Erträge möglich. 5. Weizen bildet, was Quantum und Wert anbetrifft, die höchste Position in dem gesamten Import der Nahrungsmittel nach Palästina. Die Expansionsmöglichkeiten dieses Zweiges der Wirtschaft sind demnach unter ausschließlicher Berücksichtigung des inneren Marktes ziemlich groß. Weizen ist eines der wenigen Produkte, das keine Steigerung des Ertrages im Landesmaßstabe im Laufe der letzten acht Jahre aufweist.