Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Die arbeitende jüdische Frau in Palästina
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 99 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379900-2379903-2394896--13266-2395122- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
In der Stadt besteht der höchste durchschnittliche Tageslohn bei den Arbeiterinnen in Haifa. Dann folgt Tel-Aviv und zuletzt Jerusalem. Es ist noch zu erwähnen, daß 70 o/o aller Arbeiterinnen in der Stadt für Monatslohn und 30 o/o für Tageslohn arbeiten. In den Kolonien erhalten Monatslohn nur 39o/o, während 610/0 für Tageslohn tätig sind. Diese Zahlen beweisen vollständig die Richtigkeit der oben aufgestellten Behauptung, daß die Arbeit in 'den Kolonien einen zeitweiligen und in den Städten einen stabilen Charakter trägt, da das Monatsgehalt das Charakteristikum einer stabilen Arbeit bildet. c) Unter den Industriezweigen mit niedrigen Löhnen, in denen die Arbeit der Frauen und Jugendlichen eine wichtige1 Grundlage bildet, nimmt die erste Stelle in bezug auf die durchschnittliche Lohnhöhe die Textilindustrie ein, in der 75o/o der Arbeiterinnen 150 Mils per Tag oder mehr bekommen, von denen wieder 20 0/0 200 Müs per Tag older mehr erhalten. Es folgen die Nadelindustrie, |die Schokolade- und Konfektindustrie, die Zigarettenindustrie und zuletzt die Kartönnageindustrie, in der drei Viertel aller Arbeiterinnen 100—150 Mils und der Rest weniger als 100 Mils verdienen. Nur in den Näh- und Textilarbeiten gibt es einen Lohn, der höher ist als der Durchschnittslohn aller Arbeiterinnen/ in der Stadt. In allen anderen Arbeitszweigen sind die Löhne niedriger. Der Unterschied zwischen dem Durchschnittslohn einer Arbeiterin und dem/ eines Arbeiters in der Stadt ist außerordentlich groß und das Verhältnis stellt sich auf ungefähr 1:2—1:3. Jedoch, wie bereits erwähnt, ist darin nicht nur1 eine Benachteiligung der Arbeiterinnen als Frau zu sehen, — die freilich besteht und sich in allen Wirtschaftszweigen zuungunsten der Frauen auswirkt — sondern es muß auch die Konzentration der Frauen in den Arbeiterzweigen, die sich durch eine niedrige Lohnhöhe auch für Arbeiter auszeichnen, und der außerordentlich große Anteil der jugendlichen Arbeiterinnen in Betracht gezogen werden. Wären wir in der Lage, die Löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen desselben Arbeitszweiges und desselben Alters zu vergleichen, würden sich zwar zweifellos ernste Unterschiede der Lohinhöhe ergeben, diese jedoch nicht den. Unterschied zwischen dem allgemeinen Durchschnittslohn des Arbeiters und der Arbeiterinnen in allen Wirtschaftszweigen zusammen erreichen. Der Familienstand. Der Prozentsatz der Unverheirateten unter den Arbeitern ist im stänkligen Abnehmen begriffen. Im Jahre 1922 waren 57 0/0 aller Arbeiter unverheiratet, im Jahre 1930 beträgt ihr Prozentsatz 3öo/o(. In derselben Zeit vergrößerte sich der Prozentsatz? der Verheirateten von 27 0/0 auf 38 0/0. Die Lage bei den Arbeiterinnen ist verschieden. Hier kann ein absolutes und relatives Wachstum sowohl bei den Verheirateten (von 50/0 auf 9o/o) als auch bei den unverheirateten Arbeiterinnen (von 110/0 auf 17o/o Prozent bemerkt werden. Jedoch, wenn in Betracht gezogen wird, daß fast die Hälfte aller verheirateten Arbeiterinnen in den Arbeitersiedlungen beschäftigt ist und daß andererseits die Anzahl der unverheirateten Arbeiterinnen in diesen Siedlungen gering ist, so ergibt sich, daß unter dem Lohnarbeiterinnen in der Stadt und auf dem Lanfde der Anteil der verheirateten Arbeiterinnen fiel. Diese Tatsache steht in Ueberednstimmung mit der Steigerung des Prozentsatzes der verheirateten Arbeiter und beweist, daß viel-