Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Die arbeitende jüdische Frau in Palästina
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 98 (sequence 6)
- Language
- German
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zur nächsten Lohnkategorie (von 210—250 Müs per Tag) gehörenden Arbeiterinnen hat sich verfünffacht. Auch in den höheren Lohnkategorien ist eine leichte Steigerung des Prozentsatzes der Arbeiterinnen zu bemerken. b) Vergleichen wir jetzt das Lohnniveau nach der Zählung im März 1930 in allen Städten mit dem in den Kolonien (die Verteilung der Löhne nach Kategdrien ist hier wie oben erklärt, verschieden von der bisher gebrauchten). Arbeiterinnen in Lohn in Müs in der Stadt in der Kolonie % % Weniger als 100 12,8 — 100—149 30,3 4,2 150—199 32,5 51,2 200—249 12,8 34,6 250—299 4,4 6,0 300—349 4,2 2,3 350 und mehr 3,0 1,7 Zusammen . . 100,0 100,0 Das wichtigste Ergebnis dieser Tabelle ist, daß das Lohnniveau in den Kolonien höher ist als das durchschnittliche Lc#lnniveaa der Arbeiterinnen in der Stadt. Biese Feststellung ist richtig sowohl für die Taglöhne, wie auf das Monatsgehalt ohne Verpflegung. Es gibt dagegen fast gar keinen Unterschied zwischen Stadt und Dorff in der Kategorie: Monatsgehalt mit Verpflegung. Der Lohn in der Stadt übersteigt in dieser Kategorie nur in g^nz geringem Maße den Löhn auf dem Lande. Es ist bemerkenswert, daß die Analyse der Löhne der jugendlichen Ar'beiter auf Grund der Angaben desselben Zensus ähnliche Resultate aufweist, während der Durchschnittslohn des erwachsenen Arbeiters in der Stadt erheblich den Lohn der Koloniearbeiter übersteigt. Die Hauptursache dieser Erscheinung ist wahrscheinlich in dem Tariflohn, der in den meisten Koloniearbeiten üblich ist, zu finden. Die Lohnskala in den Kolonien ist nicht so elastisch und vielgestuft wie in der Stadt. In der Kolonie wird von Zeit zu Zeit ein Kampf um einen stabilen Minimallohn in der Landwirtschaft geführt, der später tatsächlich als Basis des Lohnes auch in anderen Wirtschaftszweigen dient. Dieser „feste" Minimallohn, an dem von Seite der Arbeiter mit allen Mitteln festgehalten wird, deswegen, weil auch eine vereinzelte Lohnsenkung als allgemeines Beispiel dienen würde — wirkt sieh in grofßem Maße auch zugunsten der Arbeiterinnen der Kolonie aus, obzwar ihr» Arbeitslohn noch in vielen Fällen unter dem Minimum bleibt (150—175 gegenüber 200 Müs). Demgegenüber gibt es in der Stadt keinen allgemeinen für alle Wirtschaftszweige gültigen Minimallohn. Alles hängt vom Arbeitszweige und seiner besonderen Lage ab. Außerdem gibt es auch in der Stadt eine' Reihe verschiedener Arbeitszweige, die fast ein „Monopol" der Frau bilden und von Anfang an auf der Basis niedriger Löhne der Flauen und der Jugend aufgebaut wurden (Industrien wie: Süßigkeiten, Zigaretten, Kartonnage, Textil, Makkaroni usw.). Hier muß bemerkt werden, daß der höher© Lohn der Arbeiterin in der Kolonie kein höheres Jahreseinkommen bedeutet, da die große Mehrheit der. Arbeiterinnen in der Stadt permanent während des ganzen Jahres arbeitet, während in der Kolonie die Arbeit oft unterbrochen wird und der zeitweilige Charakter der Arbeit vorherrschend ist.