Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Die arbeitende jüdische Frau in Palästina
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
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'Privathäusern, Restaurants, Hotels und „verschiedene" Beschäftigungen: Berufskategorie in den Städten in den Kolonien 1926 1930 1926 1930 a 2,2 2,6 51,5 56,3 b 28,9 23,2 6,6 5,8 c 0,3 — _ 0,1 d 17,8 0,4 20,4 0,9 e 33,4 27,7 6,8 10,2 f 17,4 46,1 14,7 26,7 Zusammen 100,0 100,0 100,0 100,0 Die Gesamtsumme in Prozenten zeigt, daß beträchtliche Aenderungen in den Jahren 1926 bis 1930 nur in der vierten und sechsten Kategorie zu beobachten sind: der Zweig des Baugewerbes und der öffentlichen Arbeiten ist fast gänzlich verschwunden und der Prozentsatz der in den verschiedenen Zweigen* des Dienstgewerbes beschäftigten Arbeiterinnen ist zweieinhalbmal gestiegen. In den anderen Zweigen ist keine Zunahme zu bemerken und in der Industrie sowohl als in den freien Berufen scheint der Prozentsatz sogar gefallen zu sein. Jedoch sind in diesem Falle die prozentuellen Tabellen nicht ausreichend. Wenn wir die absoluten Zahlen, die als Basis der relativen Vergleichstabellen dienen, analysieren, zei^t sich sofort, daß tatsächlich sehr große Aenderungen in der Lage der Arbeiterin in allen Ptroduktions- und Artbeitszweigen eingetreten sind. So ist im Vergleich mit dem Jahre 1926 die Zahl der Industriearbeiterinnen um 40 o/o gestiegen (622:1025); die Zahl •der in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeiterinnen hat sich zweiundeinhalbmal (48:114) vergrößert; die Zahl der Beamten, der im Sanitätsdienst, Schulwesen usw. Angestellten hat um 40<y0 zugenommen (717:1224); die Zahl der in den verschiedenen Bedienungs- und Hilfszweigen hat sich mehr als verfünffacht (374:2029); demgegenüber ist — wie erwähnt — aus der Liste der Beschäftigungen der Arbeiterin in der Stadt die Bauarbeit ausgeschieden^ die noch im Jahre 1926 358 Arbeiterinnen beschäftigte. Die Folgerung ist daher begründet, daß alle Zweige bedeutende Aendeiru|igen aufweisen. Diese Aenderungen haben keinen entsprechenden Ausdruck in den prozentuellem Tabellen gefunden, da die große abisolutte Zunahme in den verschiedenen Zweigen des Dienstgewerbes alle anderen Arjbeitszweige in den Schatten stellt und die inneren Prozesse in jedem dieser Zweige verschleiert. In den Kolonien entwickelten sich die Angelegenheiten in derselben Richtung, die für die Stadt festgestellt wurde. Die Zweige der Beamtenschaft, freien Berufe und des Dienstgewerbes erfaßten im Jahre 1930 37 o/o der Arbeiterinnen gegenüber 21,5 °/o im Jahre 1926. Dieses relative Wachstum vollzog sich auch hier, wie in der Stadt, parallel mit dem Aufgeben des Baugewerbes und in erheblichem Maße auf Rechnung dieses Wirtschaftszweiges. In der Landwirtschaft stieg der Prozentsatz der Arbeiterinnen von 51,5 o/o auf 56,3o/o. (Bei Arbeitern war die Zunahme in der Landwirtschaft etwas größer: von 54o/o auf 65o/o.) Nähere Angaben über die Berufsverteilung der Arbeiterinnen in den Kvutzot und Moschavim sind nicht verfügbar. Es ist anzunehmen, daß es dort überhaupt keine ständige Arbeitsteilung gibt (besonders in den Kvutzot) und, daß die Arbeiterinnen (wie auch die Arbeiter) nach Bedarf diese oder jene Arbeit verrichten.