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Palästina · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 92

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Bodenreserve und Regierungspolitik
Date
1932-03-01
Page
Seite 92 (sequence 6)
Language
German
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weiteren Entwicklung in diesem Sinne, der Tag kommen wird, an dem diese unproduktiven Ausgaben einen großen Teil der Mittel des Keren Kajemeth verschlingen. Der Keinen Kajemeth würde nicht mehr ein Bodenfonds, sondern ein Fonds zur Erhaltung des bestellenden Grundbesitzes sein, ohne daß Aufsichten für eine nennenswerte Erweiterung dieses Besitzes bestehejn. 4. Eine solche Entwicklung könnte den Grundgedanken des Keren Kajemeth zum Scheitern bringen. Der Verzicht auf die Bereitstellung von Landreserver* wäre mit dem Verzicht auf die Führung von Bodenpolitik überhaupt identisch. Die gegenwärtige Politik der Regierung macht jegliche Bodenpolitik des Keren Kajemeth unmöglich. Sie muß dazu führen, daß Bodenerwerbungen — anstatt in einer planmäßigen und voraussehenden Weise — in einer unorganisierten, von Zufälligkeiten abhängigen Art und lediglich für den unmittelbaren Bedarf vor sich gehen werden. Jede Kolonisation setzt aber eine zweckmäßige Bodenpolitik voraus, denn ohne systematischen Landerwerb ist überhaupt keine geordnete Siedlungsarbeit möglich. Als Sir John Hope Simpson seinen Landentwicklungsplan ausarbeitete, war eine der ersten von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen, den für die Siedlungszwecke nötigen Boden zu sichern, um einer Situation vorzubeugen, in der die Grundbesitzer den Erwerb der für die spätere Entwicklung unentbehrlichen Ländereien verhindern könnten. Sagt doch Sir John Hope Simpson, daß das Gelingen jedes Entwicklungsplanes davon abhängig ist, ob die mit seiner Durchführung betraute Behörde das dafür nötige Land bekommen kann, und ferner, daß übermäßig hohe Bodenpreise den gesamten Plan zum Scheitern bringen können. *) Am Fehlen von Land im entsprechenden Moment oder an zu hohen Grunidstückpreisen, das heißt am Mangel einer systematischen Bodenpolitik wird nicht nur der Simpsonsche Entwicklungsplan, sondern auch jeder andere Entwicklungs¬ oder Kolonisationsplan unvermeidlich scheitern müssen. Durch die gegenwärtigen Schwierigkeiten werden der jüdischen Kolonisation geradezu unüberwindliche Hindernisse in den Weg gestellt. Wird man nicht rechtzeitig ausreichende Bodenreserven bilden, so wird eine planmäßige, ja, überhaupt jede Siedlungsarbeit aus Mangel an Boden unmöglich. Man würde nicht gerade in dem Augenblick, wo man sie braucht, genügend große Flächen vereinigen können; dagegen werden die kleineren oder vereinzelt gelegenen und! von einander getrennte Parzellen die Anlage von Siedlungen ungemein erschweren. Die Preise werden unermeßlich in die Höhe gehen, denn die Grundbesitzer, auf deren Gnade man wegen der Dringlichkeit der Käufe angewiesen sein wird, werden die allein entscheidenden Faktoren bei der Festsetzung der Preise sein. Und der unvermeidliche) Begleiter der Preissteigerung, die Bodenspekulation, wird ungehemmt auftreten können. Man denke nur an den so krassen Fall der Haifa-Bay-Ländereden, wo schon jetzt für die dem Keren Kajemeth-Land benachbarten Böden der ungeheure Preis von 100 Pfund pro Dunam gezahlt wird. Welche Preise» hätten die Böden in der Haifa-Bay erreicht, wenn sie in anderen Händen geblieben wären, und wäre überhaupt die Ausführung großzügiger Pläne möglich ge- *) Palestine. Report on Immigration, Land Settlement and Development. By Sir John Hope Simpson, C. I. E., London, 1930, pp. 143 and 145.

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