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Palästina · 1932-03-01 · Heft 3-4 (März 1932) · p. Seite 89

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 3-4 (März 1932)
Article
Bodenreserve und Regierungspolitik
Date
1932-03-01
Page
Seite 89 (sequence 3)
Language
German
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Gesetz vom Jahre 1920 gestattete Bodentransaktionjen für einzelne Personen« und Gesellschaften von höchstens 300 Dimam oder 3000 Pfund und forderte außerdem, daß die erworbenen Böden unmittelbar in Bearbeitung genommen werden. Es wurde ausdrücklich vorgesehen, daß diese Bestimmungen auf Gesellschaften, deren Tätigkeit dem öffentlichen Wohle dient (wie Keren Kajemeth, PICA und andere gemeinnützige Institutionen) nicht angewandt werden sollen. *) Leider wurde dieser Versujßh, der den deutlichen Zweck hatte, Erscheinungen entgegenzuwirken, die der Erschließung und Besiedlung^ des Landes im Wege stehen (wie z5. B. die Bodenspekulation), zu bald aufgegeben. Sobald aber das Land erworben war, hatte der Eigentümer keine Sorgen, (daß sein Besitz durch Nichtbearbeitung irgendwie gefährdet und durch Uebergriffe von dritter Seite ihm entzogen werden könnte. So war es bis zum Sommer 1929. Die Ereignisse jener Zeit haben die Situation von Grund aus geändert. Es ist in bezug auf alle besetzten oder unbestellten Ländereien ein Zustand vollständiger Unsicherheit eingetreten. Seitens der Nachbarn oder auch aniderjer Elemente werden tagtäglich Ansprüche auf solche Böden erhoben. Trotz der heftigen Proteste der Eigentümer werden die Ländereien nicht selten in gewaltsamer Weise besetzt, gepflügt und besät. Das Resultat sind häufige und äußerst unangenehme Konflikte. Es handelt sich hierbei aber nicht um solche Streitigkeiten, wie sie beim Erwerb der Böden hin und wieder vorkommen. Hier ist die Rede von Ländereien, deren Erwerb längst vollzogen ,ist, wo die Eigentumsurkunden vorhanden und die ^Rechtsansprüche verschiedener Natur bei der Uebertragung bereits aus der Welt geschafft worden sind. Auffallend ist die völlig passive Haltung, die die Regierung bei all diesen Differenzen einnahm. Anstatt die erste Pflicht einer jeden Regierung zu erfüllen, gesetzlich erworbenes Eigentum gegen unrechtmäßige und gewaltsame Uebergjriffe zu schützen, duldete sie dieselben und ließ schließlich einen Zustand einreißen, bei dem niemand mehr seines Rechtes auf Boden sicher ist. Die Erklärung für diese Situation ist in erster Redhe in der Stimmung, die seit den Ereignissen vom August 1929 bei der arabischen Bevölkerung herrscht, zu suchen. Sie wurde zunächst stark von der Shaw-Kommission beeinflußt, welche die Ereignisse damit in Verbindung brachte, daß die Araber infolge der Landerwerbungen der Juden van ihrem Boden vertrieben worden seien. Diese Kommission setzte das Märchen in Umlauf, daß die jüdische Kolonisation ein arabisches ländliches Proletariat geschaffen habe. Seither begann, von geschickten Händen geleitet, ein systematisches Aufhetzen der Tellachen. Es wurde eine heftige Kampagne betrieben unter der Parole: „Besetzt die Böden, die die Jutden Euch geraubt haben!" Und man fügte hinzu: „Es wird Euch seitens der Behörden nichts geschefoenL" Die Resultate ließen nicht lange auf sich warten. Die Haltung tder Regierung, die bei solchen Fällen nicht oder nicht genügend einbegriffen hat unjd sich mitunter sogar recht nachsichtig zeigte, trug nmr dazu bei, das Bewußtsein der Zulässigkeit solcher Handlungen hervorzurufen, was ein Anwachsen der Bewegung zur willkürlichen Besetzung jüdischer Böden zur Folge hatte. Der Bericht von Sir John Hope Simpson mit den unirichtigen Angaben über das Ausmaß der *) Land Transfer Ordinance, September 1920, art. 6 and 8.

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