Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Die Konzessionen für die Pipeline Mossul-Haifa
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 86 (sequence 18)
- Language
- German
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Recht der freien Durchfuhr ihres Produktes als kostbares Geschenk in den Schoß gelegt, obwohl die Gesellschaft bereit gewesen wäre, für dieses Recht einen angemessenen Preis zu bezahlen, will sie überhaupt die Konzession zur Ausführung bringen. Natürlich können von der Konzessionsinhaberin auch einige wirtschaftliche Auswirkungen genannt werden, die mit dem Projekt verknüpft sind und einen Teil der Bevölkerung des Landes zugute kommen. Die Einrichtung eines großen Petroleumhafens bei Haifa wird eine erhöhte Tätigkeit und wirtschaftliche Belebung in dieser Zone bringen. Die Grundstückpreise, die bereits jetzt auf ein Mehr* faches der früheren gestiegen sind, werden weiter steigen. Für die in Frage kommenden Bodeneigentümer ist eine solche Steigerung sicher erfreulich. Anders ist diese Wirkung schon zu beurteilen, wenn damit auch die Wohnungen für die Arbeiter, die in der Nähe der Anlagen wohnen müssen, verteuert werden. Rühmenswert ist in diesem Zusammenhang das Vorgehen, des Jüdischen Nationajljonds, der in nicht allzugroßer Entfernung des künftigen Hafens einen größeren Bodenkomplex erworben hat und ihn in Erbpacht an Arbeitersiedler weitergibt. Man muß befürchten, daß die Gegend um den künftigen Hafen, die ohne eine solche Regulierung der Preise bleibt, zum Tummelplatz heftiger Bodenspekulation werden wird. Auch eine Reihe anderer wirtschaftlicher Auswirkungen der Konzession kann zweifellos positiv gewertet werden. Bei den Neubauten und in den fabrikatorischen Anlagen der Gesellschaft, in den entstehenden Nebengewerben können Tausende von Menschen eine Existenz finden. Der direkte Bezug von Betriebsstoff wird zu einer Verbilligung führen und noch Industrien mit großem Bedarf an Betriebsstoff neu heranziehen. Der Hafen von Haifa wird neben seiner Bedeutung als Umschlagshafen für Palästina und dessen Hinterland, das mit dem Ausbau der Straßen und Eisenbahn nach dem Osten ständig an Ausdehnung gewinnt, nun auch als Petroleumhafen internationale wirtschaftliche und strategische Bedeutung gewinnen. Wiederum wird also ein Teil des Orients eng und unmittelbar in die hochkapitalistische Wirtschaftsorganisation des Erdballs einbezogen. Wenn hier, an der Peripherie, die Krisen der Weltmärkte bisher nur relativ schwach und abgedämpft verspürt wurden, so wird jetzt, mit den auf dem Petroleummarkt häufigen Schwankungen der Preise und Drosselungen der Produktion jedesmal eine starke Bewegung auf dem Arbeitsmarkt und in der vom Petroleum abhängigen Wirtschaftssphäre eintreten. Soziale Differenzierungen