Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Die Konzessionen für die Pipeline Mossul-Haifa
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 87 (sequence 19)
- Language
- German
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und Kämpfe werden in Palästina mit der Entwicklung der Petroleumindustrie eine Verstärkung erfahren. Die Petroleumleitung und ihr Endpunkt ist auch ein wichtiges Glied im militärischen System des britischen Imperiums. Man darf ohnehin die Beschleunigung der Ausführung der Konzession auf die Notwendigkeit zurückführen, angesichts der immer prekärer werdenden Lage in Aegypten eine ausschließlich von England kontrollierte Versorgung der britischen Flotte mit Oel sicherzustellen. Positionen von so großer strategischer Bedeutung erwecken auch immer die Gelüste der Gegner des britischen Imperialismus. Es ist unschwer vorauszusehen, daß, sollte es einmal zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen England und den ihm feindlichen Mächten im Orient kommen, die Pipeline eine der Positionen sein wird, um deren Besitz am heftigsten gekämpft werden wird und daß die Gebiete an der Pipeline den Schauplatz für diese Zusammenstöße bilden werden. Können die geringen wirtschaftlichen Vorteile, die die Rohrleitung Palästina bringt, ein solches Risiko aufwiegen? Die Frage kann kaum bejaht werden. Bodenreserve und Regierungspolitik* Von Dr. A. Granovsky, Jerusalem. 1. Die jüdische Bodenpolitik in Palästina ist das Resultat einer jahrelangen Entwicklung. Ihre Elemente haben sich im Kampfe der Meinungen und aus, den Ergebnissen der praktischen Erfahrung heraus gebildet. Man hat auch manche Irrwege gehen müssen, ehe die Grundlinien dieser Bodenpolitik fixiert waren und in der Siedlungsarbeit ihre tatsächliche Anwendung fanden. Einen Hauptpfeiler unserer Bodenpolitik bildete das Prinzip, daß die Bodenerwerbungen sich nicht nach momentan geltenden Gesichtspunkten und nach; jeweiligen Bedürfnissen zu richten haben, sondern daß dabei auch die weiteren; Aspekte und Erfordernisse der Zukunft berücksichtigt werden müssen. Aus/ dieser Erkenntnis entstand die Parole der Schaffung von Lanjptoeserven, als das wirksamste Mittel, die bodenpolitischen Ideen und Tendenzen auf eine längere Zeit hinaus in die Wirklichkeit umzusetzen. Die in Voraussicht der bevorstehenden Entwicklung zu schaffenden Bodemreserven sollten vor allem die für«, eine größere Kolonisation unbedingt nötigen ausgedehnten Lan»dflächen vorbe-« reiten; denn nur solche ermöglichen großzügige Siedlungspläne und die damit verbundene Verringerung der Kolonisatiowskosten. Ferner werden dadurch, daß: die Böden nicht gerade in dem Moment erworben werden, wo man ihrer bedarf, die Bodenpreise niedrig gehalten werden können. Und schließlich! wird durch vorhandene Landreserven die Entwicklung von größeren landwirtschaftlichen und städtischen Siedluöagspunkten wesentlich gefördert, indem