Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Die muselmanische Konferenz in Jerusalem und der Panislamismus
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379900-2379902-2394643--13087-2394810- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
einem Einzelnen zum Ausdruck gebracht wird. Und wieder zeigte sich die Schwäche, als die Konferenz die Frage der muselmanischen Universität in Jerusalem behandelte. Es offenbarte sich, daß vorläufig keine sicheren materiellen Aussichten für sie vorhanden sind u)nd daitujm wufxle die Gründung eines Instituts beschlossen, das einer Mittelschule gleicht, aber auch dies geschah in Form einer Resolution, deren Verwirklichung von der nächsten Konferenz abhängig ist, d. h. wenn die Geldangelegenheiten geklärt sein werden* werde die nächste Konferenz über die Universität selbst beschließen. In diesem Punkt zeigte sich ein wichtiger Gegensatz. Schaukath Ali, der sich für den Gedanken der Universität begeisterte, verlangte, daß drei offizielle Sprachen dort in Verwendung stehen sollen: arabisch, persisch und türkisch, damit diese Universität mit Recht den Namen „Allgemeine muselmanische 'Universität" führen solle. Sonst, so behauptete er, werden die nichtarabischen Muselmanen von ihr nicht viel geßießen könneai, aber die überwiegende Majorität der Konferenz war für arabisch und die Forderung Schaukaths wurde abgelehnt. Es besteht großer Zweifel, ob die Einrichtung von drei offiziellen Sprachen zur Vergrößerung der Afizahl der Schüler an der Universität beigetragen hätte. Im besten Falle wird diese Universität armselig sein gegenüber den benachbarten und reich 'ausgestatteten von Kairo uoid Beyruth (Entfernung einige Stunden). Die Türken werden sicherlich ihren Schülern verbieten, eine reaktionäre Universität zu besuchen, als welche ihnen diese Jerusalemer Universität erscheinen wird, und auch das moderne Persien wird an ihr kein Interesse haben. Aber diese Debatte — zugleich mit der hartnäckigen Stellungnahme Schaukath Alis, daß der Khalif aus dem Hause Ottomans sein müsse — beweisen, daß das alte Beisfjreben der nichtarabischen Muselmanen, welche immer die Mehrheit der „Gläubigen" ausmachten, sich «von der Hegemonie der arabischen Herrscher zu befreien, noch weiter besteht. Der Punkt über den „Schutz der heiligen Stätfceji" wurde auf der Koniferenz als Kampf gegen den Zionismus gedeutet, denn nur von hier aus war eine Gefahr für 'die Heiligtümer des Islam in Palästina sichtbar. Der Referent (namens der Kommission) erläuterte die Sache folgendermaßen: Die Juden* streben darnach, alle Böden Palästinas zu erwefrben, d. h. sie wollen eine Mehrheit im Lande werden und wenn die islamitische Siedlung verringert oder aufhören werde, so werde es niemanden geben, der die AI Akza-Moschee verteidigt.... Darum schlug er vojr, den Ziotaisnuub durch Boykott der zionistischen Industrie in allen Ländern des Islam zu schwächen; alle Könige de» Islam und deren Großen auf die Gejfahr aufmerksam zu machen, welche dem »Lande und seinen Heiligtümern seitens des Zionismus drohen, eine große Rank zu bilden, mit der Aufgabe, die Bödejn des Landes zu erlösen. Von all diesen Beschlüssen ist am meisten der Beschluß über die Agitation gegen den Zionismus greifbar. Hiefür ist bereits die arabische Oeffentlichkeit und deren Presse reif. Der Muifti, der Präsident des auf dem Kolngreß gewählten Aktionskomitees hat diesbezüglich Erfahrung und einen starken Willen. Aber es gibt keine arabische Industrie und die islamitische Oeffentlichkeit außerhalb Palästinas, welche Haß gegen Italien, England, Frankreich usw. begt> wird nicht verstehen, warum sie gerade die zionistische Industrie boykottieren solle. Auch bezüglich Palästinas braucht man den Beschluß nicht ernst zu nehmen. Was die Gründung der Bank und den Ankauf von Boden in großem Maßstabe betrifft, ist niemand so klug, um heute einzusehen, woher die Mittel