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Palästina · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Die muselmanische Konferenz in Jerusalem und der Panislamismus
Date
1932-01-01
Page
Seite 40 (sequence 7)
Language
German
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Abgesehen von dem schlechten Verhältnis der ägyptischen und syrischen Nationalisten zu ihm wurden seine Beziehungen zum Mufti verschlimmert wegen seines Willens, an der Konferenz auch die Führer der islamitischen Opposition in Palästina (die» Mufti-Opposition) beteiligen zu lassen. Schaukath: Ali bemühte sich, sein Versprechen England gegenüber zu erfüllen, es gelang ihm, die Kommission zu zähmen und nach Möglichkeit die Beschlüsse zu mildern, welche den Berichten zugrunde lagen, aber im Plenum der Konferenz* hörte niemand auf ihn. Fürwahr: Es wurde kein Beschluß, der direkt gegen England, Frankreich oder Italien gerichtet wäre, angenommen (aus diesem Grunde wurde auch kein Beschluß gegen die Balfour-Deklaration gefaßt), hingegen kam ein Beschluß gegen den Imperialismus im Allgemeinen zustande und es wurden scharfe Reden gegen Italien, Fa^ankreich, England urid Rußland) und andeire Mächte gelhört. Während einige Delegierte revoltierten und gegen die Verpflichtungen Schaukath Alis und des Mufti England gegenüber auftraten, um über alles auf dieser Konfesrenz zu sprechen, nur nicht über die wahren Unterdrücker des Islam, wurden auch dem Mufti unangenehme Worte gehört; daß der Zionismus bloß eine mit dem Islam konkurrierende Kraft sei, aber die den Islam wirklich zerstörende Kräfte seien die imperialistischen Regierungen und nicht der Zionismus. Sehr bittere Worte sprach auf der Konferenz der bekannte syrische Führer, Riad As-Sulch^ gegen Schaukath Ali. Er erinnerte ihn ganz offen an die Sünde seinjer elastischen Politik in Indien, auch andere übergingen nicht mit Schweigen sein „ritterliches" Eintreten für die Ehre der Mandatsregierung, als er behauptete, daß die Muselmanen einen Kampf mit den Ziohisten und nicht mit England haben. Die Konferenz sprach gegen die Beherrschung der Hedschas-Bahn durch England und Frankreich einen scharfen Protest aus; sie begeisterte sich und erregte sich selbst im Laufe vieler Stunden durch Anhörung von Reden voller' Verleumdungen gegen den Zionismus, welcher in sehr schwarzen Farben geschildert wurde. Aber die Schwäche der muselmanischen Einheitsfront und der „Londoner Genehmigung" der Konferenz schwebten über der Konferenz und erzeugte (abgesehen vom Punkt Zionismus) sehr schwache Resolutionen, deren überwiegende Mehrzahl (vor allem jene gegen den Zionismus) nicht verwirklicht werden wird. Denn welche Kraft besitzt beispielsweise die Konferenz, um den Händen Englands und Frankreichs die Hedschas-Bahn zu entwinden, welche größtenteils vernichtet ist und ohne westliches Kapital nicht in Betrieb gesetzt werden kann?! Un)d sollte sie errungen werden, durch wen soll sie geführt werden? Gibt es heute eine oberste Gewalt mit Autorität im Islam? Die geistige Zerrüttung des Islam und seine politische Schwäche offenbarten sich auf der Konferenz auch bei ihrem Kampf gegen die christlichen Missionen und den Bemühungen, über die teilweise Einigung des Islam in religiöser Beziehung zu verhandeln. Denn trotz des großen Hasses, der sich' auf dieser Koriferenz gegen die christlichen Regiejrumgen und Missionen offenbarte, wagte die Konferenz in ihren Beschlüssen es nicht, diese Missionen direkt zu erwähnen, sondern nur auf Umwegen und andeutungsweise. Und als man an die religiösen Zwistigkeiten des Islam rührte, begejhrten verschiedene Delegierte auf und sahen darin den Willen zur Vergewaltigung. Darum wurden Beschlüsse und Resolutionen gefaßt, denen praktischer Wert nur der eines Vorschlags ist, welcher in einer Tageszeitung oder einem Mona(tsblatt von

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